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Idyllische und ruhige Lage, die „Obere Mühle“ in Steinbach. - Fotos: Gerhard Manns

BURGHAUN Mühlen in unserer Region

Die „Obere Mühle“ in Burghaun-Steinbach, zurück ins letzte Jahrhundert

18.06.15 - Idyllisch, ruhig und fernab von Bundesstraße und Schienenstrecke liegt im Burghauner Ortsteil Steinbach die „Obere Mühle“ der Familie Hosbach. Bis zum Jahr 2012 wurde hier noch Getreide gemahlen, aber es lohnte einfach nicht mehr. Immer weniger Abnehmer haben in der Mühle ihr Getreide mahlen lassen. Die über 100 Jahre alte Mühlentechnik konnte mit den heutigen Industriestandards nicht mehr mithalten. Mehr als eine Tonne Getreide am Tag konnte nicht vermahlen werden. Heutige Großmühlen schaffen 1100 Tonnen am Tag.


Komplette Ausstattung erhalten, Mühlenbesichtigung

Die Familie Hosbach will das Wasserrad mit der Mühlentechnik komplett erhalten, denn es soll Besuchern und Schulklassen für Besichtigungen weiterhin zur Verfügung stehen. Die Ausstattung umfasst vier Walzenstühle, Plansichter, Elevatoren, Reinigungsanlagen, Mischmaschinen und weitere mühlentechnische Einrichtungen. Gerade für junge Leute, die Mühlen nur von Erzählungen und aus Büchern kennen, dürfte eine Besichtigung mit Führung eine sehr interessante Sache sein.


Erste Erwähnung 1573

Erstmals wurde die „Obere Mühle“ im Jahr 1573 erwähnt und hat viele Kriege und Besitzerwechsel überstanden. Im Jahr 1897 kaufte Johann Josef Hosbach aus Sickerode im Eichsfeld seinem Sohn Johann Alois Hosbach die Mühle. Die Familie hatte mit neun Kindern für reichlich Nachwuchs gesorgt. Der älteste Sohn Georg erlernte das Müllerhandwerk und das des Mühlenbauers. Er bildete sich zum Müllermeister weiter, betrieb eine kleine Landwirtschaft mit Milchviehhaltung und Getreideanbau. Der heutige Besitzer Winfried Hosbach hat noch bei seinem Vater das Müllerhandwerk erlernt und die Mühle weiter betrieben, konnte aber mit dem Mühlenbetrieb die Familie nicht mehr ernähren. Er musste neben der kleinen Landwirtschaft auch noch hauptberuflich im Baugewerbe tätig werden.


Mühlrad zerbrach

Das oberschlächtige Mühlrad muss schon immer die imposante Größe von 7,65 m Durchmesser gehabt haben, mit einer Schaufelbreite von 0,50 m. Im Jahr 1993 zerbrach das Mühlrad nach vielen Betriebsjahrzehnten an Materialschwäche. Nach langer Überlegung hatten sich die Hosbachs dann entschieden wieder ein neues Wasserrad bauen zu lassen, was im Oktober 1995 mit einem großen Mühlenfest eingeweiht wurde. Jährlich zu Pfingsten nimmt die Familie Hosbach auch an den bundesweiten Mühlentagen teil. Bei den Besichtigungen und Führungen durch die Mühle, staunen viele Besucher, was es dort alles zu sehen gibt. Der Müllergruß „Glück zu“ soll so noch vielen Besuchern im Ohr erklingen und viel Freude und Erinnerung an das wichtige Müllerhandwerk und das damit verbundene Kulturgut bringen.


Obere Mühle Steinbach

Standort: Mühlgasse 1, 36151 Burghaun-Steinbach. Besichtigung und Führungen nach telefonischer Anmeldung: 06652-1206. Kontaktpersonen: Mario Hosbach und Maria Hosbach. E-Mail: [email protected] (Gerhard Manns)+++

Der alte Mahlstein.

Das mächtige Mühlrad, 7,65 m Durchmesser.


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