Prof. POHL fordert Uni-Abschluss für alle Erzieherinnen - Familien-Symposium

23.06.10 - FULDA - "Das ist das wichtigste Thema, das es gibt" sagte Prof. Dr. Manfred Pohl, Vertreter des "Frankfurter Zukunftsrates " beim Symposium zum Thema „Nur über die Förderung der Eltern geben wir Kindern eine Zukunft“ der deutschen Familien Stiftung im Fuldaer Stadtschloss. Rund 100 Interessierte kamen, um über die Entwicklungen, Lernprozesse und Chancen junger Menschen zu diskutieren. "Es ist schade, dass wir keine bundesweite Resonanz bekommen", gab er weiterhin bei der Pressekonferenz an. Eine seiner Hauptforderungen: "Erzieherinnen müssen dringend einen Hochschulabschluss haben und wie Professoren bezahlt werden", sagte Pohl. Zudem: Außerdem wäre es möglich, ehemalige Bankvorstände nicht in Rente zu schicken, sondern als Schuldirektoren zu beschäftigen.

Beim Pressegespräch waren außerdem noch Prof. Dr. med. Ludwig Spätling, von der Deutschen Familienstiftung und Direktor der Frauenklinik im Klinikum Fulda, sowie Ute Petrus vom deutschen Hebammen Verband und Professor Laszlo A. Vaskovics vom Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung anwesend.

Man müsse es möglich machen, dass den Kindern von Anfang an die besten Pädagogen zur Verfügung stehen. Bis zu einem Alter von sechs Jahren würden sich die Gehirnstrukturen besonders stark entwickeln, erklärten die Experten übereinstimmend. Es sei von besonderer Wichtigkeit, die jungen Familien schon bevor sie überhaupt richtige Familien seien, also vor der Geburt, darauf vorzubereiten, was ihnen bervorstehe. da natürlich Konflikte entstünden und man versuchen müsse die "Liebe frisch zu halten", wie Prof. Dr. Spätling anmerkte. Viele werdende Eltern dächten nur bis zur Geburt hin und meinten, sei der Nachwuchs ersteinmal da, werde schon alles laufen. Die Eltern müssten in dieser Lebensphase noch besser unterstützt werden. Ein solcher Kurs in Form von elf Doppelstunden würde Kosten in Höhe von lediglich einem Monat Kindergeld bedeuten, die laut Spätling nicht die Eltern, sondern der Staat zahlen sollte.

Um gewährleisten zu können, dass alles optimal laufe, wäre das sogennanten Familien-Hebammen-Modell möglich. Die frischgebackene Familie soll dabei noch länger als ohnehin bereits üblich von der Hebamme unterstützt werden. Dieses Projekt stecke in Fulda jedoch noch "in den Kinderschuhen", wie die Berufsfortbildungsbeauftragte des deutschen Hebammen-Verbandes, Ute Petrus, erklärte. Die meisten Familien aus allen sozialen Schichten seien damit überfordert, ihre Kinder richtig zu fördern. (Jacob Witzel) +++

Professor Dr. Ludwig Spätling (Deutsche Familienstiftung).

Fotos: Hans-Hubertus Braune

Prof. Dr. Laszlo A. Vaskovics, Staatsinstitut für Familienforschung.

Prof. Dr. Manfred Pohl, Frankfurter Zukunftsrat.

Die Presekonferenz ...

... war nur spärlich besucht

Die Zuhörer im vollen Mamorsaal ...

... bei einem Vortrag ...

... von Dipl. Päd. Melanie Mengel



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