Neon-Gelb für mehr Sicherheit - neue Warnwesten für 22 Schülerlotsen

07.12.09 - KÜNZELL - In den Wintermonaten, wenn es morgens kalt und dunkel ist, fällt vielen das Aufstehen schwer. 22 Schüler der Don-Bosco-Schule in Künzell (Kreis Fulda) gehen trotzdem sogar eine halbe Stunde früher aus dem Haus, als sie müssten. Der Grund: Sie sind Schülerlotsen. Damit die Kinder während ihres Dienstes zukünftig besser zu erkennen sind, bekamen sie am Montagvormittag neue neon-gelbe Lotsenuniformen. Die Anoraks, die zur Ausstattung dazugehören, sollen die Schüler außerdem besser vor Kälte und Regen schützen. "Ihr könnt mit dazu beitragen, dass Schulweg-Unfälle hier an der Don-Bosco-Schule ein Fremdwort bleiben", sagte Gerhard Brink von der Kreisverkehrswacht Fulda.

Zwischen 7:30 Uhr und 8:05 Uhr stehen die Lotsen in Künzell an der Ecke Hahlweg/Georg-Stieler-Straße und in der Turmstraße. "Die Autofahrer sind ruppiger geworden", klagte Künzell Bürgemeister Peter Meinecke. Dadurch seien insbesondere Kinder gefährdet. "Ihr übernehmt Verantwortung für andere", betonte Dr. Michael Imhof vom Staatlichen Schulamt in Fulda. Auch Kompetenzen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit würden durch den Lotsendienst trainiert. Zu jedem Lotsen-Set gehören neben einer Warnkelle eine Warnweste, eine Baseballmütze und erstmals auch ein Winteranorak (im Bild oben) - alles in leuchtendem Neon-gelb. "Ihr seid jetzt wunderbar zu sehen", sagte Matthias Noll von der Polizei in Fulda. Die Kinder erfüllten eine wichtige Aufgabe. Jeder müsse jedoch auch auf seine eigene Sicherheit achten.

Das ehrenamtliche Engagement der Schüler in den Jahrgangsstufen 6 bis 9 ist beachtlich: von den rund 130 Hauptschülern sind 22 als Lotsen aktiv - jeder Sechste. Das Verantwortungsbewusstsein der Schüler sei immens, sagte Schulleiterin Stefanie Spork. Wenn einer der Lotsen krank werde, kümmere er sich meist selbstständig darum, dass ein anderer einspringe.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind im Jahr 2008 auf Deutschlands Straßen insgesamt 25.714 Kinder im Alter zwischen 6 und 14 Jahren verunglückt. Etwa jeden fünften Tag starb ein 6- bis 14-jähriges Kind an den Folgen eines Straßenverkehrsunfalls. Die meisten Unfälle ereigneten sich morgens zwischen 7 und 8 Uhr sowie zwischen 13 und 14 Uhr. Die Schülerlotsen tragen dazu bei, die Sicherheit der Kinder zu verbessern. Im Jahr 1951 startete der Lotsen-Dienst zunächst in der Stadt Fulda, später kamen weitere Schulen im Kreis Fulda dazu. Seitdem ist im Landkreis Fulda nach Angaben der Kreisverkehrswacht kein Schulkind mehr beim Überqueren der Straße an einer der Sicherungsstellen verletzt worden. (th) +++

Gerhard Brink

Fotos: th

So sahen die Lotsen-Uniformen in den Jahren 1952 bis 1961 aus.



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