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- Fotos: Anne Baumann
06.12.11 - FULDA
Ganz besonderes Nikolaus-Geschenk fürs Feuerwehr-Museum: "75er VW-Kübel"
Das Deutsche Feuerwehr-Museum darf sich zum heutigen Nikolaustag über ein ganz besonderes Geschenk seitens des Landkreises Fulda freuen: einen ABC-Erkundungskraftwagen. Als Basis für dieses Einsatzfahrzeug des Katastrophenschutzes diente der so genannte Typ 181, meist unter seinem umgangssprachlichen Beinamen „VW-Kübel“ bekannt. Sowohl mit seiner kantigen, eher an eine Kinderzeichnung erinnernden Silhouette als auch mit seiner knalligen orangenen Farbgebung sticht er heute sofort ins Auge.
1975, im Jahr seiner „Geburt“, waren dies eher gängige Merkmale des Fahrzeugbaus. Bei einem 36 Jahre alten, aus musealer Perspektive jedoch eher jungen Fahrzeug befinden wir uns bereits in einer Epoche, auf die der überwiegende Bevölkerungsanteil als eine bewusst wahrgenommene Lebensphase zurück blicken kann. 1975 wurden die zwischen 1954-1956 Geborenen durch die Herabsetzung der Altersgrenze auf 18 Jahre mit einem Schlag volljährig. Die Welt war in Folge des „Kalten Krieges“ im Großen und Ganzen in zwei Blöcke, die von den USA dominierte Nato und den von der Sowjetunion dominierten Warschauer Pakt aufgeteilt. Die Volksrepublik China war zwar als dritte Supermacht bekannt, rangierte jedoch eher unbeachtet unter „ferner liefen“.
1975 trat auch der vor wenigen Tagen ausgesonderte ABC-Erkundungskraftwagen seinen Einsatzdienst im Hessischen Katastrophenschutz an. Die Fahrzeuge des so genannten Erweiterten Katastrophenschutzes wurden damals in einem auffallenden Orange lackiert, um diesen besonderen Fachdienst von den blauen Einsatzfahrzeugen des THW, den roten der Feuerwehr und den elfenbeinfarbigen der Sanitätsdienste zu unterscheiden. Im militärischen Ernstfall sollten sie dadruch ebenso wie Letztere als unter dem Schutz der Genfer Konvention stehende Nichtkombattanten auffallen.
1985 wurde das Fahrzeug dann von der damaligen Katastrophenschutzschule des Landes Hessen in Johannisberg (Rheingau) an den Landkreis Fulda übergeben. Dort ergänzte er als Erkundungstruppfahrzeug den dortigen GABC-Zug. Dieser Gefahrstoff-ABC-Zug bestand von Mitte 1980 bis 31. Dezember 2000 als "Regieeinheit" des Landkreises Fulda. Zugführer war in der gesamten Zeit Joachim Janshen. Er war bei der heutigen Fahrzeugübergabe anwesend, hatte mit seinem Zug am längsten mit diesem Fahrzeug gearbeitet und konnte als Zeitzeuge aus erster Hand berichten, so z. B. vom spektakulärsten Realeinsatz größerer Art zu Dekontaminationsmaßnahmen nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl. Hinsichtlich des militärischen Ernstfalls blieb es glücklicherweise bei den groß angelegten Übungseinsätzen im Rahmen der "Natex-Übungen" (Nato-Exercise).
Beim VW Typ 181 handelt es sich um einen ab 1969 anfangs ausschließlich für die Bundeswehr entwickelten militärischen Geländewagen. Bald schon wurde dieser jedoch auch an andere Behörden sowie für DM 8.500,- an private Interessenten verkauft. Auch in den USA fand der Wagen unter dem Namen „The Thing“ eine große Anhängerschaft. Heute genießt dieses bis 1980 in lediglich 140.768 Einheiten produzierte „Gelände-Cabrio“ weltweit Kultstatus.+++

Der so genannte Typ 181 diente das Einsatzfahrzeug des Katastrophenschutzes.

Die Fahrzeuge des Katastrophenschutzes nebeneinander.

Zeitzeugen unter sich im Gespräch.

Der VW Kübel ist jetzt im Feuerwehrmuseum zu bewundern.

So sieht das Fahrzeug innen aus.