"Schreckliches Menetekel"- Bischof ALGERMISSEN zu Hiroshima-Jahrestag

05.08.07 - IM WORTLAUT - Seit dem 6. August 1945 kennt jeder die japanische Hafenstadt „Hiroshima“. Vor 62 Jahren fiel hier die erste Atombombe eines Krieges. Drei Tage später am 9. August gelang die Stadt Nagasaki auf gleiche traurige Weise zu internationaler Bekanntheit. Beide Atombombenexplosionen töteten insgesamt etwa 155.000 Menschen sofort. Weitere 110.000 Menschen starben innerhalb weniger Wochen an den folgen der radioaktiven Verstrahlung und bis zu 100.000 weitere an Folgeschäden in den Jahren und Jahrzehnten danach. Anlässlich des Jahrestages veröffentlicht Osthessen-News eine Stellungnahme des Fuldaer Bischofs Heinz Josef Algermissens, die dieser in seiner Funktion als Präsident der deutschen Sektion von „pax christi“ veröffentlichte, IM WORTLAUT:


„Seit über 60 Jahren gedenken wir alljährlich des schrecklichen Menetekels des 20 Jahrhunderts, der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Das Präsidium von pax christi hat vor zwei Jahren zum 60. Jahrestag angesichts der verheerenden Zerstörungskraft dieser Waffen betont, dass eine weitere Strategie der Abschreckung mit ihnen moralisch zu verurteilen ist, weil dieser Rüstungswettlauf „eines Tages all das tödliche Unheil bringt, wozu er schon jetzt die Mittel bereitstellt.“ (II. Vatikanum, Gaudium et Spes, 81). Es gilt vielmehr, diese Waffen auf dem Weg konsequenter Abrüstungsgespräche Schritt für Schritt ganz abzuschaffen.

Mittlerweile ist in der internationalen Politik eher das Gegenteil festzustellen: Atomwaffen werden „modernisiert“, mit ihrer Entwicklung und ihrem Einsatz wird gedroht, ihr Besitz wird zur Prestige- und angeblichem Sicherheitsfrage für immer mehr Staaten, während keinerlei Abrüstungswillen bei den Atomwaffenstaaten festzustellen ist. Der gerade erfolgte Abzug von 130 US-Atomwaffen aus Ramstein ist zu begrüßen, dem die verbliebenen 20 Atomwaffen im pfälzischen Büchel bald folgen sollten. Damit dieser Abzug aber nicht nur taktischen Charakter hat, muss die sog. „atomare Teilhabe“ der Bundesrepublik nunmehr ebenfalls bald beendet werden. Damit könnte Deutschland der Welt ein glaubhaftes Zeichen geben, sich nicht länger auf den „Schutz“ dieser Waffen zu verlassen.

Stattdessen sind alle Bemühungen zur Ächtung und Abrüstung der atomaren, biologischen und chemischen Massenvernichtungsmittel zu unterstützen, um durch die gemeinsame Erinnerung an die Erfahrung von deren schrecklicher Zerstörungskraft dazu beizutragen, die Welt von ihnen zu befreien und so einem dauerhaften Weltfrieden näher zu kommen. Die weltweite Bewegung der Bürgermeister für den Frieden („Mayors for Peace“) verdient in diesem Zusammenhang besondere Unterstützung, ebenso wie die aktuelle von pax christi mit getragene Kampagne „Unsere Zukunft –atomwaffenfrei“.“


Aus dem Lexikon:

Pax Christi ist eine internationale katholische Organisation der Friedensbewegung, die sich heute jedoch als ökumenisch offen versteht. +++


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