18.10.09 - Bad Neustadt - Eine Wärmebildkamera ist mittlerweile ein wichtiges Instrument für das Suchen von Brandnestern und insbesondere die Personensuche in verqualmten Räumen. Als vierte Feuerwehr im Landkreis Rhön-Grabfeld erhielten nun die Floriansjünger im Neustädter Stadtteil Brendlorenzen ein solch hochmodernes Gerät. Die Feuerwehren in Bad Neustadt, Mellrichstadt und Bad Königshofen sind bereits mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Nun überreichte Bürgermeister Bruno Altrichter ein solch wertvolles Hilfsmittel für die Brandschützer an die Verantwortlichen der Stadtteilwehr in Brendlorenzen.
Nach der Übergabe versammelten sich zum Gruppenbild (s. nebenstehendes FOTO von Partl), von links: Dietmar Weyer, Wolfgang Bauer, Michael Barthel und Bürgermeister Bruno Altrichter sowie Christian Steinmüller und Arno Büttner.
Rund 8.300 Euro kostete das handliche Teil, dessen Preis-Leistungsverhältnis von Stadtrat Dietmar Weyer als absolut „top“ eingestuft wurde und das auch Arno Büttner, Leiter des Ordnungsamtes Bad Neustadt, als heutzutage überaus wichtige Zusatzausstattung lobte. Die jeweilige Kommune ist für die finanzielle Ausstattung ihrer Feuerwehren zum Schutz der Bürger zuständig, meist gibt es - wie auch in Brendlorenzen - einen Feuerwehrverein, der solche Anschaffungen unterstützt.
Wolfgang Bauer, Gruppenführer, Ausbilder und auch zuständig für den heute nicht mehr wegzudenkenden Einsatz mit Atemschutz, erläuterte engagiert die Wirkungsweise einer Wärmebildkamera. Eine der schwierigsten Aufgaben im Einsatz sei es, Menschen aufzufinden. Einerseits raube die meist starke Rauchentwicklung die Sicht der Rettungsleute, andererseits können sich dabei entstehende Dämpfe schnell tödlich auswirken.
Das Prinzip der Wärmebildkamera beruht auf der Messung der Infrarotstrahlung. "Je wärmer ein Gegenstand ist, umso heller wird er von der Kamera dargestellt", schilderte Bauer. Mit dieser Messtechnik könne der Angriffstrupp unter anderem vor der Öffnung von Türen überprüfen, ob die Türen warm seien und daher mit einem Brand hinter der Tür zu rechnen ist. Ursprünglich für den Militärgebrauch konzipiert, hätten sich Wärmebildkameras heute zu unentbehrlichen Mitteln im Rettungseinsatz entwickelt. Auch bei Verkehrsunfällen könne eine Wärmebildkameras Leben retten, denn mit ihr könne man schnell herausfinden, wie viele Personen etwa im verunglückten Auto saßen, erklärte Bauer. Nicht selten irrten Menschen nach einem Verkehrsunfall - beispielsweise im Schockzustand - hilflos herum, die es dann schnellstens aufzufinden gelte.
Kliniken und Seniorenheime suchten immer wieder Unterstützung bei der Suche nach vermissten Personen, auch würden Feuerwehrleute im Alltag immer wieder um Hilfe nachgefragt bei der Suche nach kleinen Kindern oder dementen Senioren, die orientierungslos unterwegs seien.
Zum adäquaten Einsatz der neuen Wärmebildkamera stünden für die Feuerwehrleute Brendlorenzen nun erst einmal Übungsstunden an, damit auch jeder Floriansjünger damit umgehen könne, sagte Kommandant Michael Barthel. „Für uns Feuerwehrleute gibt es ohnehin nur dieses Hobby“, ergänzte sein Stellvertreter Christian Steinmüller, und dies sei die Feuerwehr mit der Übungsarbeit und dem Einsatzfall. (ger) +++
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