26.06.08 - WANDERTAG - Eine Rhönlandschaft, darüber ein Rotmilan im Flug - und mitten durch die Idylle geht ein Riss. Das ist die Vorderseite des Flugblatts, das die Bürgerinitiative (BI) „Keine Trasse Fulda-Meiningen“ anlässlich des Deutschen Wandertages in Fulda erstellt hat. Auf der Rückseite stehen Zitate von Gegnern und Befürwortern des geplanten Bauprojektes Fulda-Meiningen.
Dem Flyer liegt eine Postkarte an den Rhönklub-Vorstand bei mit der an ihn gerichteten Bitte, sich mit Nachdruck gegen einen Bau der B87n auszusprechen. Die ersten der 20.000 Exemplare sind bei Wanderungen im Tanner Land, an der Maulkuppe und bei einer Beamershow in Künzell verteilt worden. Von Donnerstag bis Samstag sind Mitglieder der BI auch in der Fuldaer Innenstadt unterwegs, um die Flugblätter zu verbreiten.
Wie die BI in einer Pressemitteilung schreibt, sieht sie in dem Wandertag eine Chance, überregional auf die Thematik aufmerksam zu machen. „Gerade Wanderer, die in die Rhön kommen, um die Landschaft zu genießen, werden nachfühlen, weshalb wir uns für den Erhalt unserer Natur einsetzen.“ Der Wandertourismus sei zudem für zahlreiche Gaststätten und Pensionen entlang der geplanten Trasse ein wichtiges wirtschaftliches Standbein, das mit Bau der Bundesfernstraße verloren ginge.
Eigendarstellung der Bürgerinitiative:
Die Landesregierungen von Hessen und Thüringen planen, eine leistungsstarke Bundesfernstraße mitten durch das Biosphärenreservat Rhön zu bauen. Ziel des 225 Millionen Euro teuren Straßenbauprojektes ist es, die Autobahnen A71 und A7/A66 beiderseits der Rhön miteinander zu verbinden. Es sollen zukünftig bis zu 20.000 Fahrzeuge – vorwiegend überregionaler Fern- und Schwer-verkehr – durch die Rhön rollen. Deren Lärm und Luftverschmutzung reist gratis mit durch die Rhön. Allein für die Rhönquerung sind dazu 1,7 Millionen m³ Erdbewegungen notwendig. Es ist der Bau von 80 Brücken, Dämmen, Bergeinschnitten und einem Tunnel von 2,5 km Länge geplant. In dem fast unberührten Landschaftsbild der Rhön bedeutet dies nicht nur eine ungeheure Landschaftszerstörung, sondern auch die Zerstörung einmaliger artenreicher Lebensräume. Die Trasse raubt den Rhönern deshalb nicht nur Lebensqualität, sondern auch Zukunftschancen.
Die Bürgerinitiative gegen den Bau der B87n will deshalb die Menschen zusammenbringen, deren Lebensumfeld durch die Trasse gefährdet wird und die nicht hinnehmen wollen, dass die Rhön durch den drohenden Transitverkehr zerstört wird. Die Zielsetzung der Initiative ist es daher, die Öffentlichkeit über die Konsequenzen der Planungen aufzuklären, einen breiten Protest gegen die Planungen aufzubauen und die Politik gemeinschaftlich zum Stopp der Planungen aufzurufen. Als Alternative zum Bau der geplanten Trasse sieht die Initiative den Bau einzelner Ortsumgehungen, die den aktuellen Verkehr aus den Gemeinden nehmen, aber keinen zusätzlichen Transit- und Schwerlastverkehr in das Naturparadies Rhön bringen. +++
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