MdL WIEGEL im CVJM-Feriendorf - LINKE MKK kritisiert Strompreiserhöhung

14.11.07 - Politik-News - CDU-MdL Kurt Wiegel besuchte CVJM-Feriendorf

HERBSTEIN. Die Zukunft des CVJM (Christlichen Verein Junger Menschen)-Feriendorfes in Herbstein stand im Mittelpunkt eines Besuches des CDU-Landtagsabgeordneten Kurt Wiegel (Foto: rechts) in der zwischen Herbstein und dem Stadtteil Lanzenhain gelegenen Freizeiteinrichtung. Das vom Christlichen Verein Junger Menschen, einem christlich-ökumenischen Zusammenschluss, betriebene Gelände in Herbstein erfreut sich seit fast 50 Jahren hoher Beliebtheit, so der Leiter, Jörg Podlinski (Foto: links). Sowohl bei Konfirmanden, Jugendgruppen als auch bei Familien wird die Einrichtung mit rustikalen Hütten sowie den Bungalows für Familien zum Teil zur Selbstverpflegung Jahr für Jahr nachgefragt.

Aber noch eine besondere Gästegruppe ließ die Übernachtungszahlen auf 20.000 Übernachtungen pro Jahr anschwellen: Teilnehmer an so genannten "Liverollenspielen“. Für viele Besucher aus den Ballungsräumen gehören diese zu dem Spannendsten, was es gibt. Das was früher vielleicht "Cowboy und Indianer“ war, wird heute ziemlich professionell mit original anmutenden Gewändern und Regeln gespielt. Sei es die Befreiung einer schönen Königin aus der Hand böser Buben in einer mittelalterlichen Fantasiewelt im Stil von „Herr der Ringe“ mit Rittern, Königen, Hexen und Elfen oder einfach nur Startrek und natürlich Sherlock Holmes. Das Problem: Die Spiele finden nicht nur auf dem eigentlichen Gelände des Feriendorfes statt, sondern auch in den umliegenden Wäldern, was den Jagdpächter wegen der Beunruhigung des Wildes stört, berichtet Podlinski. So wurden in den letzten zwei Jahren keine Nutzungsvereinbarungen mehr durch die Stadt Herbstein ausgestellt. Durch diese Einschränkungen der Waldnutzung sagen folglich immer mehr Liverollenspiel-Gruppen ab, was die Übernachtungszahlen des Feriendorfes um 25 Prozent sinken ließ. Soweit, dass ein wirtschaftlicher Betrieb immer weniger möglich ist und damit auch die mehr als zehn Arbeitsplätze, bis zu vier Stellen im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) sowie die gerade neu eingerichtete Lehrstelle gefährdet, warnt der Feriendorfleiter. Die Stadt Herbstein hat mittlerweile ein kleines Teilstück des Wald für die Benutzung durch das Feriendorf freigeben. Ob das aber die beschriebenen Probleme löst, wird sich zeigen müssen, Kurt Wiegel jedenfalls bot seine weitere Unterstützung bei der verzwickten Lage an.

LINKE MKK: "Preiserhöhung der Kreiswerke Hanau von 8 Prozent ist überzogen"

MAIN-KINZIG-KREIS. Preiserhöhungen lassen sicher nicht lange auf sich warten, war die Vorhersage der LINKE Fraktion MKK bei der Ablehnung des Verkaufes der Kreiswerke Hanau an die Kreiswerke Gelnhausen in der Kreistagssitzung am 9. November 2007. Nun erhöhen die Kreiswerke Hanau ihre Preise um 8 Prozent. Dass ihre Prognosen so schnell zuträfe, überrasche die LINKE selber, so der Fraktionsvorsitzende Andreas Müller.

Die Kreiswerke Gelnhausen gehören zu 24,5 Prozent der E.ON Mitte AG. Laut Müller könne doch niemand ernsthaft glauben, dass E.ON. auf Gewinne verzichten werde und ausgerechnet bei den Kreiswerken Main Kinzig eine moderate Preispolitik betreibe, so die Argumentation der LINKEN in der Kreistagssitzung. Nun erhöhen die Kreiswerke Gelnhausen die Strompreise um 8 Prozent und man rühme sich noch im Anschreiben an die Kunden, dass sie keine zehnprozentige Preissteigerung aussprechen würden, sagte Müller.

Die Kreiswerke Gelnhausen rechnen mit einem Anstieg der Beschaffungskosten von 95 %. Doch dies betreffe die Jahre 2003 bis 2007, so die Linken. Die letzte Preiserhöhung der Kreiswerke Gelnhausen habe aber erst am 1. Januar 2007 stattgefunden. Damit dürfe man nur die Steigerung im Jahre 2007 betrachten. Hier seien die Beschaffungskosten an der Strombörse Leipzig aber nur von 54,14 Euro auf 60,18 Euro pro Megawattstunde (MWh) gestiegen, also um rund 10 Prozent. Also dürften die Strompreise der Kreiswerke Gelnhausen also nur um etwa 4% steigen. Wenn Landrat Erich Pipa sich bei der Talkrunde bei Maybrit Illner im ZDF als "Don Quichotte der niedrigen Strompreise“ darstelle, so betreibe er auch hier bewusst eine Täuschung der Verbraucher, werfen ihm die Linken vor. Er sei in Wahrheit durch seine Funktionen im Aufsichtsrat schon lange mit E.ON verbandelt.

Durch den Kauf der Kreiswerke Hanau, sinke die Eigenkapitalquote der neuen Kreiswerke Main Kinzig ab. Dass zum Auffüllen der Quote die zu zahlenden Dividenden genommen würden anstatt eine Preiserhöhung durchzuführen, lässt E.ON auch als Minderheitsbeteiligung nicht zu, argumentierte Müller in der Kreistagssitzung. Leider bewahrheite sich diese Argumentation mit der Strompreiserhöhung, stellen die LINKEN klar.

Die in der Preiserhöhung angegebenen 60,14 Euro/MWh sei der Preis den die Erzeugung in einem Kraftwerk kosten, das zur Deckung des zusätzlichen Bedarfs angeworfen werden müsste. Das seien in der Regel teuere Gaskraftwerke, die als Reserve bereitgehalten werden. Dieser Preis, an dem Angebot und Nachfrage zur Deckung kommen, gelte jedoch nicht nur für diese eine Megawattstunde, sondern für den gesamten Strom - auch für den in der Herstellung sehr viel billigeren Atom- oder Braunkohlestrom. Dort schätzten Experten die Erzeugungskosten auf lediglich 20 bis 30 Euro pro Megawattstunde. Diese enorme Differenz sei einer der Gründe dafür, warum Energieversorger derzeit so gut verdienen. Wo das Geld der Verbraucher wirklich bleibt, darüber gäben die Geschäftsberichte der Energieversorger viel bessere Auskunft. So sei bei E.ON der steuerbereinigte Gewinn um sieben Prozent auf 5,4 Milliarden Euro gestiegen. Einige Zeilen darunter folge der Satz: "Die Entwicklung der Strompreise wirkte sich positiv aus."

Für viele Verbraucher seien hohe Energiepreise jedoch auch existenzgefährdend, und der Skandal werde offenbar, wenn man sich vor Augen hält, dass hier die Umverteilung von "unten“ nach "oben“ par excellence durchexerziert wird. Denn den laut Müller abzockenden Energieerzeugern gehe es blendend, die es häufig gar nicht mehr wüssten, wohin mit ihren Gewinnen. ALG II- und II-Empfängern hingegen stehe das Wasser häufig soweit bis zum Hals, dass einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zufolge immer mehr von ihnen auch noch wegen nicht bezahlter Stromrechnungen im Dunkeln sitzen müssten, da die Ansätze für Haushaltsstrom, die sozusagen als Unterstützung durch den Staat übernommen werden, mit den Energiekostensteigerungen nicht mitgehalten haben. Verschärft werde diese Situation zusätzlich noch durch die Nachzahlungen aus den Jahresabrechnungen. Hier müssten die Hartz Gesetze dringend nachgebessert werden und den tatsächlichen Preisentwicklungen angepasst werden. Dies gelte ebenso für die Entwicklung der Löhne und Gehälter, die ebenfalls einer Anpassung an die wahre Inflation bedürften, so Müller abschließend.+++


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