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Ankunft vor dem Fuldaer Dom - Alle Fotos: Nicole Wagner

...und die Fahne ist immer dabei

07.07.07 - Fulda

Adrenalin pur, Herzschlag-Stakkato und röhrende Motoren. Formel 1-Feeling lag heute Vormittag in der Luft, als eine scheinbar nimmer endende Reihe von meist roten Ferrari-Boliden durch das historische Paulustor im Barockviertel der Stadt Fulda rollte und dann in einer Dreier-Reihe auf der Pauluspromenade Aufstellung nahm. Diese Freiluftpräsentation von etwa 60 italienischen Sportwagen - darunter auch eine Handvoll in Gelb, Grau und Schwarz - entwickelte sich zu einem echten Erlebnis: hundert Menschen kamen, sahen, staunten und fotografierten, was die Chips und Mini-Kameras hergaben. Während die Besitzer der Boliden „Benzin-Gespräche“ führten und sich Tipps für Vergaserprobleme und die individuelle Anfertigung von Ersatzteilen gaben, konnten die Fans aus jeder Position fotografieren. Viele dieser 400-PS-Flitzer werden ausschließlich bei solchen Treffen gefahren und stehen ansonsten abgedeckt in Garagen, Hallen oder klimatisierten Tiefgaragen.

Doch an diesem Wochenende steht die Stadt Fulda ganz im Zeichen der "Ferraristi" mit kirchlichem Reisesegen, Rundfahrt durch die Rhön, "Dolce Vita"-Gala am Abend und gemütlichem Ausklang am Sonntag. Und damit den wertvollen Fahrzeugen (Gesamtwert über 15 Mio. Euro) nichts passiert, sind sie gut bewacht in einer Esperanto-Halle untergebracht.

In KÜRZE veröffentlicht "Osthessen-News" hier zusätzlich noch eine ausführliche BILDERSERIE !!!

Es war schließlich Esperanto-Organisator Martin Gremm, dem es gelungen war, dieses bundesweite Ferrari-Treffen nunmehr bereits zum 2. Male nach Fulda zu holen. Das Fuldaer Hotel- und Kongresszentrum Esperanto will mit der Veranstaltung für das Tourismusziel Rhön werben und eines der 35 jährlichen „Events“ des Ferrari-Clubs Deutschland regelmäßig nach Fulda holen. In diesem Club sind 450 "Ferraristi" zusammengeschlossen, die zusammen 2.500 verschiedene Ferrari-Modell besitzen.

Am Vormittag war die Kolonne der 60 Ferraris zunächst vom "Esperanto" auf die Pauluspromenade vor den Dom gerollt, wo es nach knapp einstündigem "Beschnuppern" sowie Erinnerungsbildern und Gesprächen auch mit vielen Bürger dann den kirchlichen Reisesegen vom Fuldaer Generalvikar Peter-Martin Schmidt gab, der das auch im vergangenen Jahr übernommen hatte. Für ihn war das "keine Show", sondern eine echte kirchliche Feier mit Meßdienern, Kreuz, Gebeten und am Ende auch richtigem Weihwasser-Segen für die Schar der Autos. "Hoffentlich vertragen die Italiener auch etwas Feuchtigkeit" meinte er leicht scherzend und fügte dann - ganz ernst meinend an: Rasen bringt im Leben nicht schneller voran, im Alltag aufmerksam sein und auch mal Helfen, denn die scheinbar "verlorene Zeit" lasse sich doch - und erst recht mit einem Ferrari - ganz leicht wieder einholen.

Nach dem obligatorischen Startschuss durch Landrat Bernd Woide setzt sich der "Ferraristi"-Konvoi gegen 11.40 Uhr wieder in Bewegung: von drei Polizeibeamten auf Motorrädern, die an der Spitze und am Schluss die Sicherung übernahmen, zunächst quer durch die Stadt Fulda, dann nach Petersberg, Stöckels, Götzenhof, Steinau, Hünfeld, Rasdorf und Hofbieber über Schwarzbach in die Rhönstadt Tann. Dort gab es knapp 100 Minute Pause zum Staunen, Gucken, Museumsdorfsbesichtigung und ab 14.45 Uhr zurück über Hilders, Wüstensachsen, Wasserkuppe, Weyhers zurück nach Fulda.

Schirmherr des Treffens war auch diesmal wieder der Präsident des Ferrari Club Deutschland e.v., Arnold Gardemann aus Wesel. Allerdings war das heute - und am Abend gabs noch eine Ferrari-Gala - eine reine Esperanto-Veranstaltung mit Teilnehmern der zwei lizensierten Clubs in Deutschland und nicht organisierten Fahrern. Kennzeichen waren etwa: VB - BT - KU - KC - KS - UN - HAS.

Ferrari Model Club e.V.

Nach Angaben von Michael Wiertelorz aus Schweinfurt gibt es nur zwei von Ferrari lizensierte Clubs in Deutschland. Mitglieder des "Model Club" seien so die "Wissenschaftler" unter den Ferrarimitgliedern. Bei ihnen seien 250 Leute zusammengeschlossen, nicht nur Ferrari-Besitzer und Fahrer. Auch Personen, die Ferrari-Modellbau betreiben, die lediglich lizensierte Accessoires (Schlüsselanhänger, Enbleme etc) sammeln. Sie arbeiteten stetig an einem Archiv über die Autos, dies habe Ferrari lange selbst vernachlässigt, etwa eine Datei der Fahrgestellnummern und Baujahre.

Ferrari Club Deutschland

.... hat 450 Mitglieder, die insgesamt 2.500 Autos besitzen, zahlreiche Sammler dabei. Präsident Arnold Gardemann sagte, sie seien heute nur mit etwa 10 Clubmitgliedern vertreten: mit 65 Autos war der Club erst vor 8 Tagen in Italien. Da könne man sich nicht so aufteilen. Er selbst - so Gardemann - oder der Club waren im vergangenen Jahren zum ersten Mal in Fulda und der Rhön gewesen. Im Jahr fänden 2 große Events und 35 Veranstaltungen statt. Für 2007 hatte man eigentlich eine Veranstaltung in Kassel angepeilt - doch der Event 2006 sei so gut angekommen, dass man sich erneut für Fulda und die Rhön entschied. "Die Landschaft, Serpentinen und Ausblicke erinnern stark an Italien - da mußte man doch einfach wiederkommen". +++


Durchs historische Paulustor ins Barockviertel

Ehrfürchtiges Staunen .... Kraftpaket Motor



Kirchlicher Segen von Generalvikar Schmidt (Bildmitte)


Rhön-Rundfahrt am Nachmittag....

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