"Stolzer Augenblick": Thüringer drückte Startknopf für RADOM-Glanz - VIDEO

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27.06.09 - GERSFELD - "Ich bin stolz und froh, als Erster das Radom im friedlichen Licht erstrahlen zu lassen. Früher sah ich die Wasserkuppe von zu Hause aus und hatte keine Chance, dort hin zu kommen", sagte Elektromeister Jens Kürschner aus Oechsen. Der Thüringer legte gemeinsam mit Landrat Bernd Woide um Punkt 23 Uhr am Freitagabend den Stromschalter um und Sekunden später leuchtete das Radom auf Hessens höchstem Berg im bunten Farbspiel. Auch für Woide ein besonderer Augenblick. "Jetzt habe ich für eine Stunde meinen Leuchtturm", sagte "Wärter" Woide unter dem Applaus der 400 geladenen Gäste zum Eröffnungsevent von Sinnreich - einer Vereinigung von 13 Unternehmern - im Radom. Bis kurz nach Mitternacht konnten viele hundert Schaulustige - trotz diesigem Wetter - viele Kilometer weit das beeindruckende Schauspiel beobachten. Auch eine ganze Anzahl Fotografen hatte sich unterhalb der Wasserkuppe an Straßen und Parkplätzen positioniert.

In Zeiten des Kalten Krieges leuchteten die kuppelförmigen Radarschutzanlagen im grellem Licht der Sicherheit. Wie berichtet (osthessen-news aktuell: http://www.osthessen-news.de/beitrag_C.php?id=1167936 ) wurden die Anlagen zur militärischen Flugüberwachung von den Amerikanern genutzt. Langjährige Verhandlungen nach dem Mauerfall hatten zwischen Kommunen, dem Bund und der Regionalversammlung nun zum Erfolg geführt. Die eigens gegründete "Radomflug gGmbH" betreibt künftig die inwendig leere "Radarkuppel" und öffnet das Radom für Besucher. Einen herrlichen Rundblick vom dem um die Kuppel führenden "Laufsteg" aus gibt es - gegen eine Gebühr. An diesem Wochenende allerdings feiert Sinnreich die "Tage der Offenen Tür" mit Livemusik und kostenlosem Eintritt.

Am Freitagabend waren 400 geladene Gäste Zeugen eines besonderen Kunstereignisses. Neben dem herrlichen Weitblick in die Abendsonne und einbrechende Nacht sorgte das Freie Theater Frankfurt am Main für den kulturellen Höhepunkt der Eröffnung. Tanz-Perfomance, Klasse-Schattenspiele an der Innenwand der Kuppel, Bewegung und die einzigartige Akustik sorgten für "großstädtisches Theatervergnügen". Dazu spielte der preisgekrönte Saxophonist Heinz Sauer, einer der ganz Großen der deutschen Jazzszene. Und das kam selbst "in der rustikaleren Rhön" gut an. Langer Applaus und begeisterte Zustimmung nach den drei Vorstellungen. Konzert, Theater und Ausstellungen halten jetzt dort Einzug, wo einst über Radarschirme der Politsystemgegner ausspioniert wurde. Man könnte sagen: Die Wende ist nun endlich auch auf dem Gipfel der Wasserkuppe vollständig vollzogen. In Kürze sollen die Wachzäune entfernt werden und die Macher von Radomflug planen bereits die dauerhafte Beleuchtung der Kuppelanlage. (Hans-Hubertus Braune) +++


Alle Fotos: Hendrik Urbin



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