26.06.09 - GERSFELD - Das seit über 55 Jahren bestehende Wahrzeichen auf Hessens höchstem Berg, der Wasserkuppe, das markante und weithin sichtbare (letzte) Radom ist seit heute ein ziviles Projekt. Damit gehört auch das letzte "militärische Überbleibsel" endgültig der Vergangenheit an. In dem so genannten "Radom" - ein Kunstwort aus Radar Domizil oder Radar Dom - befanden sich früher die drehenden Radarantennen für die Luftraumüberwachung im Grenzbereich von Bundesrepublik und DDR durch die US-Army und kurzzeitig auch der Bundeswehr. Das Kuppelgebäude wurde an die gemeinnützige "Radom-Flug-Gesellschaft" übergeben. Ab sofort ist vom höchsten Punkt der hessischen Rhön (950 Meter) ein 360-Grad-Rundblick von der Aussichtsplattform - allerdings bei einem Eintritt von zwei Euro - möglich. Die Kuppel - wo heute Mittag die kleine Zeremonie der Schlüsselübergabe stattfand - kann künftig auch für Kulturveranstaltungen wie Ausstellungen oder Präsentationen, Vorträge bis hin zu Hochzeiten genutzt werden.
Weiterhin finden im zweigeschossigen Untergebäude mit einer Nutzfläche von 500 Quadratmetern die Drachen- und Gleitschirmflieger eine neue "Heimat". Während des gesamten Wochenendes finden dort verschiedene Veranstaltungen statt: zur farbigen Illumination der Kuppel heute Abend um 23 Uhr werden allein 5.000 (fünftausend) Menschen erwartet.
Das VIDEO von der heutigen Übergabe ... KLICKEN sie auf den folgenden Link:
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Dem heutigen Tag waren jahrelange Diskussionen um den Erhalt des Radoms, seine Nutzung und vor allem die Finanzierung der Folgekosten vorangegangen. Aber letztlich hat doch die Einsicht gesiegt, dass das Radom - es ist das letzte von ursprünglich einmal vier (!) Stück - eine besondere Bedeutung für die Wasserkuppe, die gesamte Region und die hier lebenden Menschen hat. Als lieb gewonnene Landmarke der Rhön thront die Kuppel gewissermaßen auf Hessens höchstem Berg. So wie der Heimkehrer mit der weit erkennbaren Landmarke seine Heimat verbindet, orientiert sich der Vorbeifahrende an der Wasserkuppe auf seinem Weg zu seinem Zielort.
Das Radom auf der Wasserkuppe ist ein so genanntes "Sandwich-Radom" von 18,60 Metern Innendurchmesser, die Kuppelhöhe beträgt 13,60 Meter und die Wandstärke ca. 38 Millimeter. Es gibt insgesamt 111 einzelne "Paneele" mit einer Gesamtoberfläche von 901,05 Quadratmetern und einem Gesamtgewicht von 4.579,30 Kilogramm.
Mit der Aufgabe des Bundeswehrstandortes Wasserkuppe, bot sich die einmalige Chance zur Zivilen Nachfogenutzung für das Gebäude. Mit jährlich circa einer Million Besucher wird der Rhön-Tourismus eine tragende Säule für die Finanzierung der Radarkuppel sein. Einnahmen, die durch Eintrittsgelder zur Begehung der Plattform erhoben werden, sichern die laufenden Kosten für Betrieb und Erhaltung. Die überregionale Bedeutung der Radarkuppel wird vor allem als Landmarke, Orientierungshilfe, höchster Punkt in Hessen und der Rhön sowie überregional als touristischer Anziehungspunkt sowie Mahnmal des Kalten Krieges im ehemaligen Zonenrandgebiet gesehen.
Lesen Sie dazu auch einen früheren Bericht unter folgendem Link: http://www.rhoen-aktuell.de/beitrag_C.php?id=1141017 . +++ |