29.06.08 - WANDERTAG - Die Bürgerinitiative "Keine Trasse Fulda-Meiningen" gegen den Bau der neuen Fernstraße B 87 n quer durch die hessische und thüringische Rhön hat den gestrigen Besuch von Bundespräsident Köhler und seiner Frau beim 108. Deutschen Wandertag in der Rhön genutzt, um ihre Anliegen dem Staatsoberhaupt persönlich vorzutragen. Man sehe in dem Wandertag eine Chance, überregional auf die Thematik aufmerksam zu machen. Den Bericht über die Wanderung des Staatsoberhauptes durch die Rhön und zum Kreuzberg finden Sie unter folgendem Link: http://www.angelstein-tv.de/OsthessenNews/beitrag_C.php?id=1151895
„Gerade Wanderer, die in die Rhön kommen, um die Landschaft zu genießen, werden nachfühlen, weshalb wir uns für den Erhalt unserer Natur einsetzen,“ erklärte eine Sprecherin der Bürgerinitiative. Der Wandertourismus sei zudem für zahlreiche Gaststätten und Pensionen entlang der geplanten Trasse ein wichtiges wirtschaftliches Standbein, das mit Bau der Bundesfernstraße verloren ginge. Beim Besuch des Bundespräsidenten wurden deer Bürgerinitiative einige Minuten Zeit eingeräumt, um ihr Anliegen persönlich vorzutragen. Köhler wurden eine Liste und Unterlagen zur Fernstraßen-Problematik überreicht. Etwas erschrocken reagierte das Staatsoberhaupt nachdem ihm die Initiative einen toten Uhu zur Abschreckung zeigte. Der Nachtvogel wurde vor wenigen Tagen auf einer Straße in der Rhön überfahren. "Wir wollen die Natur und ihren Lebensraum hier erhalten", erklärte die Bürgerinitative.
Nach Angaben der Bürgeriniative planen die Landesregierungen von Hessen und Thüringen den Bau einer leistungsstarken Bundesfernstraße mitten durch das Biosphärenreservat Rhön. Ziel des 225 Millionen Euro teuren Straßenbauprojektes sei es, die Autobahnen A71 und A7/A66 beiderseits der Rhön miteinander zu verbinden. Es sollen zukünftig bis zu 20.000 Fahrzeuge – vorwiegend überregionaler Fern- und Schwer-verkehr – durch die Rhön rollen. "Deren Lärm und Luftverschmutzung reist gratis mit durch die Rhön" so die Befürchtungen der Straßengegner. Allein für die Rhönquerung seien 1,7 Millionen m³ Erdbewegungen notwendig. Es sei der Bau von 80 Brücken, Dämmen, Bergeinschnitten und einem Tunnel von 2,5 km Länge geplant. "In dem fast unberührten Landschaftsbild der Rhön bedeutet dies nicht nur eine ungeheure Landschaftszerstörung, sondern auch die Zerstörung einmaliger artenreicher Lebensräume. Die Trasse raubt den Rhönern deshalb nicht nur Lebensqualität, sondern auch Zukunftschancen" heißt es abschließend. +++ |