| 18.01.10 - REGION - Als fatales Signal hat der Hessische Wirtschafts-und Verkehrsminister Dieter Posch die mögliche Absicht der Deutschen Bahn bezeichnet, die Realisierung der Aus- und Neubaustrecke Hanau-Fulda-Würzburg zu verschieben. Posch erneuerte das Angebot an die Deutsche Bahn, die Planungskosten für diese Strecke mitzufinanzieren. Auch in diesem Jahr stünden hierfür Mittel von rund 1 Million Euro im Landeshaushalt bereit, um überhaupt mit den Vorbereitungen beginnen zu können.
Der Korridor Frankfurt-Fulda-Würzburg sei ein zentraler Engpass im deutschen Schienennetz, so dass der Kernabschnitt inzwischen seitens der DB Netz AG sogar offiziell als überlastet erklärt worden sei, teilte das Ministerium mit. Die Neu- und Ausbaustrecke in diesem Korridor sei im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) enthalten. “Ich erwarte vom neuen Bundesverkehrsminister Ramsauer, dass im Zuge der laufenden Aktualisierung des BVWP Änderungen an der bisherigen Priorisierung erfolgen. Wenn etwas im vordringlichen Bedarf ist, sollte es nicht erst in 15 Jahren gebaut werden dürfen“, erklärte Posch.
Die Frankfurter Rundschau hatte heute berichtet, dass die Deutsche Bahn wegen finanzieller Engpässe zentrale Bahnprojekte in Frage stellt. Dazu gehört die Strecke Hanau-Fulda-Würzburg, die Anbindung Hagen-Gießen sowie der Frankfurter Knoten. Die Landtagsfraktion der Grünen forderte Minister Posch auf, Druck zu machen, damit "diese Strecken nicht auf den St.-Nimmerleinstag verschoben werden". Der Ausbau der Strecke Hanau - Fulda - Würzburg etwa sei lange versprochen worden. Wenn es darauf ankomme, in Projekte für den Klimaschutz zu investieren, werde nichts getan. "Der Ausbau der Bahn ist praktizierter Klimaschutz", heißt es in einer Pressnotiz der Grünen.
Auch der Verkehrsclub Hessen (VCD) betonte die Notwendigkeit dieser Bahnprojekte. Auch der Ausbau der Verbindung von Hagen nach Gießen sei unverzichtbar. VCD-Vorstandsmitglied Werner Geiß: „Wenn die Bundesregierung ihr Versprechen einhalten will, die Klimabelastung bis 2020 um 40 Prozent zu senken, müssen die Projekte schnellstens realisiert werden. Nicht nur aufgrund der Klimabilanz, sondern auch wegen der hohen Nachfrage nach schnellen Zugverbindungen wäre das Investment durchaus rentabel.“ +++
[document info] Copyright © Osthessen-News und andere Urheber 2000-2010 Ein Projekt von unabhängigen Journalisten in Fulda. Eine Veröffentlichung der Inhalte bedarf der Zustimmung von Osthessen-News oder des jeweiligen Urhebers. |