 | | Das Medizinische Zentrum Eichhof bietet dem Alsfelder Krankenhaus eine enge Zusammenarbeit an. |
 | | Der Stiftungsvorstand des Medizinischen Zentrums Eichhof, (von links) Manfred Dickert, Volker Christe und Vorsitzender Hans-Jürgen Schäfer, bieten dem Vogelsbergkreis Übernahmegespräche an. |
 | | Das Alsfelder Kreiskrankenhaus verhandelt nach eigenen Angaben bereits seit zwei Jahren mit dem Klinikum Bad Hersfeld über eine Kooperation. |
| 30.10.08 - REGION - Das Medizinische Zentrum Eichhof in Lauterbach strebt eine enge Zusammenarbeit mit dem Kreiskrankenhaus in Alsfeld an und ist sogar bereit, das Alsfelder Krankenhaus vom Vogelsbergkreis zu kaufen. Dies teilte das Medizinische Zentrum Eichhof am heutigen Mittag mit. "Nur diese Lösung würde langfristig eine hochwertige medizinische Versorgung der Menschen im Vogelsberg sichern", so Hans-Jürgen Schäfer (CDU), der Bürgermeister von Schlitz und zugleich Vorstandsvorsitzender der Stiftung Heilanstalt für Kranke ist, die das Eichhof-Krankenhaus betreibt. Mit dem förmlichen Kaufangebot - und da machte Schäfer keinen Hehl daraus - will das Lauterbacher Krankenhaus ganz offensichtlich die laufenden Kooperationsgespräche des Alsfelder Kreiskrankenhauses mit dem Klinikum Bad Hersfeld dahingehend "beeinflussen", dass die Alsfelder auch Gespräche mit Lauterbach aufnehmen. Die Gespräche zwischen Alsfeld und Bad Hersfeld sind so weit vorangeschritten, dass der Vogelsberger Landrat Rudolf Marx bereits öffentlich davon sprach, er erwarte eine abschließende Einigung noch in diesem Jahr.
"Das Zusammengehen von Alsfeld mit dem dreieinhalb mal so großen Klinikum Bad Hersfeld hätte nach unserer Einschätzung für das Kreiskrankenhaus in allen Bereichen negative Folgen. Nach gewisser Zeit ist der kleinere Partner ausgeblutet und wird nur noch wenige medizinische Leistungen anbieten", prophezeit Schäfer. Diese absehbare Entwicklung sehe er mit großer Sorge. Die "für alle Beteiligten - die beiden Krankenhäuser, den Vogelsbergkreis und die Patienten - einzig sinnvolle Lösung", so Vorstandschef Schäfer, sei die möglichst enge Kooperation der Häuser in Alsfeld und Lauterbach. Dafür müsse man auch die traditionelle Rivalität der beiden Städte, die jahrelang um den Kreisstadt-Titel rangen, überwinden. Das Alsfelder und Lauterbacher Krankenhaus seien etwa gleich groß, beide Häuser seien ähnlich strukturiert. "Wir bieten eine gleichberechtigte Zusammenarbeit an, die die heute hochwertige medizinische Versorgung an beiden Standorten langfristig sichert", sagte Schäfer.
Lesen Sie dazu auch eine Stellungnahme der CDU Bad Hersfeld am heutigen Tage unter http://www.angelstein-tv.de/OsthessenNews/beitrag_A.php?id=1157063 .
Aus der Sicht Schäfers steht das Alsfelder Krankenhaus letztlich vor der Alternative, entweder Anhang von Bad Hersfeld oder gleichberechtigter Partner von Lauterbach zu werden. "Bei einer Kooperation mit Bad Hersfeld würden alle für Alsfeld wichtigen Entscheidungen dann in Bad Hersfeld getroffen. Bei einem Zusammengehen mit uns in Lauterbach bliebe Alsfeld auf gleicher Augenhöhe“, versicherte Schäfer. Zwischen dem Alsfelder und dem Lauterbacher Krankenhaus gebe es bereits bei der Krankenpflegeausbildung und im Apothekenbereich eine enge Zusammenarbeit. Die durch den im November 2001 geschlossenen Kooperationsvertrag angestrebte engere Gemeinsamkeit habe sich allerdings schwierig gestaltet, räumte er ein.
Dennoch sei 2004 eine Fusion der beiden Krankenhäuser geprüft worden. Diese sei letztlich daran gescheitert, dass man zwischen dem von einer Stiftung getragenen Lauterbacher Haus und dem Alsfelder Haus, das als kommunale GmbH organisiert sei, keine gemeinsame Rechtsstruktur gefunden habe. Dieses Hindernis will das Eichhof-Krankenhaus jetzt dadurch überwinden, dass es dem Kreis anbietet, dessen Anteile an der GmbH in Alsfeld zu übernehmen. Über einen möglichen Kaufpreis müsse man verhandeln. Laut Helmut Totzek, Vorsitzender des Stiftungsrates, habe der Stiftungsrat den Vorstand mit Hans-Jürgen Schäfer, Manfred Dickert und Volker Christe einstimmig ermächtigt, dem Kreis ein fundiertes Kaufangebot zu unterbreiten.
Die Veränderungen im Gesundheitswesen führten zu einem solchen Veränderungsdruck, dass die Gespräche von beiden Seiten - Alsfeld und Lauterbach - heute mit größerer Zielstrebigkeit geführt werden würden als früher, zeigte sich Schäfer überzeugt. "Die Zwänge, sich nach einem Partner umzusehen, sind heute einfach viel größer", so Schäfer. In jedem Fall müsse in der Kreispolitik jetzt eine Diskussion über die Strukturen der zukünftigen Gesundheitsversorgung im Kreis geführt werden. "Für den Vogelsberger Kreistag, der das letzte Wort über die Zukunft des Kreiskrankenhauses spricht, ist unser Angebot eine seriöse - und wie wir finden, die bessere - Lösung für den Kreis und das Alsfelder Krankenhaus", so Schäfer. +++
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