| 09.09.08 - FULDA - Was haben Rolls Royce, Ferrari, Porsche, MTU oder Lufthansa mit Fulda zu tun? Viel. Denn die „Stars“ der Mobilitätsbranche setzen auf anspruchsvolle Technik und Technologie „made in Fulda“. Schleifmaschinen der REFORM Maschinenfabrik Adolf Rabenseifner tragen den guten Namen der Domstadt in doppelter Hinsicht in alle Welt: mit hochwertigen Maschinen, aber auch dadurch, dass REFORM Geschäftsführer Thomas Hofmann seine internationalen Gäste gerne mit dem Flair und der Geschichte der Stadt vertraut macht, in der das Unternehmen zu Haus ist.
Fuldas OB und Wirtschaftsdezernten Gerhard Möller freut ein solch sympathisches Bekenntnis zum Standort. „Stadt und Region profitieren gleich mehrfach vom besonderen Engagement des REFORM Managements. Was soll sich ein Wirtschaftsförderer mehr wünschen?“, meinte Möller beim Besuch des Unternehmens im Kohlhäuser Feld. In dichter Folge absolviert Fuldas Verwaltungschef Firmenbesuche, um sich ein Bild der aktuellen Lage der Betriebe machen zu können. Möllers Fazit nach dem Gespräch und Rundgang mit Hofmann:“Die REFORM Maschinenfabrik Adolf Rabenseifner hat in der Vergangenheit zwar schwierige Zeiten durchgemacht, ist dafür aber heute sehr gut am Markt positioniert.“
Keine Rezessionsgedanken
Während manche Branchen unter der allgemeinen Wirtschaftslage leiden, sind REFORM „Rezensionsgedanken fremd.“ Über einen Mangel an Aufträgen braucht Geschäftsführer Hofmann und sein Haus mit 200 Beschäftigten nicht zu klagen. Bis zu 16 Monate müssen Kunden auf das von ihnen bestellte Produkt, eine Schleifmaschine, warten – so rege ist die Nachfrage. In vier Produktbereichen des Schleifens ist das Unternehmen tätig:
Bei Industrie- und Langmessern mit bis zu 20 Metern Länge, der klassischen Sparte, aus dem REFORM kommt. Diese Maschinen finden ihren Einsatz z.B. in Druckereien. Getriebehersteller als Zulieferanten für Porsche oder Ferrari, die Zahnräder schleifen müssen, verwenden Profilschleifmaschinen/ Zahnradschleifmaschinen aus Fulda. Rundtischschleifmaschinen mit einem Durchmesser bis zu 4,30 Metern haben beim Bau von Windkraftanlagen und in der Lagerindustrie ihr Anwendungsgebiet. Seit 2001 hat sich REFORM auch bei Schleifmaschinen zur Instandsetzung von Turbinen einen Namen gemacht. Im jüngsten Produktbereich habe das Unternehmen seinen Weltmarktanteil bis heute um 50 Prozent erhöhen können, so die erfreuliche Bilanz Hofmanns.
Aufs Kerngeschäft konzentriert
Die ehemalige REFORM-Gruppe mit unterschiedlichen Standorten hatte ursprünglich rund 900 Mitarbeiter beschäftigt. Im Zuge der Neuorganisation trennte sich das Unternehmen von seinen Töchtern und konzentriert sich laut Hofmann heute aufs Kerngeschäft: Schleifmaschinen. Kunden sind unter anderem FAG Gruppe, Rolls Royce, MTU, aber auch die Lufthansa. Gerade Maschinen für den Triebwerksbau ist ein interessantes Geschäft. Nicht ohne einen leichten Anflug von Stolz berichtet Hofmann, dass es weltweit keinen Erdteil gibt, „in dem nicht eine unserer Maschinen bei der Triebwerkswartung im Einsatz ist.“
100 Maschinen pro Jahr
Verändert hat sich allerdings die Produktionsmenge des Unternehmens. Seien früher bis zu 300 Maschinen im Jahr raus gegangen, sind es heute nur noch 100 pro Jahr. Dafür aber größere und schwerere. Bis zu 50 Tonnen wiegt manche der Schleifmaschinen und erreicht eine Höhe von über 5 Metern. Thomas Hofmann schmunzelt: „Damit kämen wir, wenn sie nicht demontiert würden, aus dem Kohlhäuser Feld gar nicht mehr raus.“ Mit Produkten aus Fulda bedient REFORM den Weltmarkt in 130 Ländern. Die Kosten pro Maschine liegen zwischen einer halben und mehreren Millionen Euro.
Hochschulpartnerschaft
Die Mitarbeiter des Unternehmens kommen in der Regel aus der Region Rhön und Vogelsberg. Die Verbundenheit zur Heimat und die Nähe zum Arbeitsplatz sind für den Firmenchef manchmal ein kleines Problem: Nämlich immer dann, wenn seine Mitarbeiter auf Montage müssen und wie Hofmann lachend anmerkt, „der Fuldaer nicht mehr seinen Dom sieht.“ Auf der anderen Seite hat die enge Bindung der Mitarbeiter auch ihre besonderen Vorteile. Denn REFORM bietet ehemaligen Auszubildenden die einmalige Chance, zu studieren und im Betrieb arbeiten zu können. Dazu ist die heimische Maschinenfabrik eine Partnerschaft mit Hochschulen in Friedberg, Gießen und Wetzlar eingegangen. 4 Studenten profitieren von diesem dualen Ausbildungssystem, bei dem das Unternehmen Studiengebühren und Gebühren der Hochschule im Bewusstsein übernimmt, in die eigene Zukunft investiert zu haben.
„Ich will für den Arbeitnehmer das Beste anbieten, was ich ihm geben kann“, formuliert Hofmann das Firmen-Credo. Deshalb hat sich REFORM für die Hochschulpartnerschaft und nicht für die Berufsakademie entschieden. Pro Jahr investiert das Unternehmen zwischen 40.000 bis 60.000 Euro pro Student. Bei REFORM sind vor allem Industriemechaniker und Elektroniker für Betriebstechnik gefragt, die auch im Betrieb ausgebildet werden. Wer eine Lehrstelle möchte, muss nicht nur über gute schulische Leistungen verfügen. „Für unsere Ausbildung ist das soziale Verhalten maßgebend“, sagt Hofmann und fügt hinzu, „mindestens Befriedigend wird vorausgesetzt“. (ms) +++
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