„Wandern bis die Füße glühen“ - 108. Wandertag ist zu Ende - V I D E O

Fuldas OB Möller trug schon mal "probeweise" den Wandertagswimpel einige Kilometer...

Alle Fotos: Hendrik Urbin

 

Kranzniederlegung an der einstigen DDR-Grenze...

 

Alphornbläser ...

 

...rund 3.000 Naturfreunde...

 

...und die Dokumentation der Wandertagswimpelgruppe..

 

Fuldas OB Möller übernahm den Wandertagswimpel...

 

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30.06.08 - WANDERTAG - „Ich weiß basaltene Bergeshöh´n im Herzen der deutschen Gaun, nicht riesenhoch, doch bezaubernd schön, möcht´ immer und immer sie schaun!“ – Die zahlreichen Besucher des 108. Deutschen Wandertages konnten sich mittlerweile davon überzeugen, dass die Hymne des Rhönklubs nicht übertreibt. Auch heute Mittag waren wieder etwa 3.000 Wanderer der Einladung der Organisatoren gefolgt. Es war die offizielle Abschlußveranstaltung des Wandertages, auf dem auch "125 Jahre Wandern & mehr" gefeiert worden war. Bei der Gedenkstätte "Point Alpha" nahe dem osthessischen Rasdorf (Kreis Fulda) verabschiedeten sie sich auf der Landesgrenze von Hessen und Thüringen von Fulda, der Rhön und dem Wandertag – bei leicht windigem, aber sonnigen Wetter. Es war wieder einmal ein erfolgreiches fünftägiges Wanderertreffen mit 150 Terminen (vom Festakt bis zu Dutzenden Wanderungen) und knapp 50.000 Besuchern.

Nicht nur Rauchfuß, auch der Präsident der europäischen Wandervereinung Jan Havelka war bei der Abschlussveranstaltung heute dabei. Havelka lobte den 108. Deutschen Wandertag. Wie auch die anderen, die er bisher erlebt habe, sei er wunderschön gewesen. In Hinblick auf die frühere Innerdeutsche Grenze, gab er zu bedenken, dass auch heute noch „große und kleine Grenzen existieren“. Havelka kennt aber eine Waffe gegen menschliche Grenzen: „Das ist das Wandern“, rief er und forderte auf: „Wir müssen zu Hause mit Nachbarn und im Ausland wandern.“ Und auch der Deutsche Verbandsvorsitzende sieht im Wandern offenbar ein friedenstiftendes Element: „Gemeinsam zu wandern ist besser als gegeneinander zu marschieren.“

Die Feier selbst heute begann mit den Alpenhornbläsern „Die Siebenschläfer“, Böllerschüssen und Musik des thüringischen Polizeimusikchores. Nach einer Kranzniederlegung wanderten die Teilnehmer eine kurze Strecke entlang der einstigen DDR-Grenze zum „Haus auf der Grenze“. Als „heißester Punkt des kalten Krieges“ wurde dieser Ort früher bezeichnet, als noch die "Staatsgrenze West" der DDR Ost und West trennte. Heute ist hier eine Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte entstanden. Es sei wichtig, dass Point Alpha als „heißester Punkt im Kalten Krieg“ zum Endpunkt des Wandertages gewählt wurde, waren sich der thüringische Staatssekretär Stefan Baldus und der Geisaer Bürgermeister Martin Henkel (CDU) einig. Baldus lobte die Verdienste der Rhönklubpräsidentin Regina Rinke: „Sie wollte das Niedergerissene wieder entstehen lassen. Und ihr ist gelungen, dass sie die Menschen der Rhön so beispielhaft wieder zusammengeführt hat.“

Die umgebende Rhön ist ein Natur- und Wanderparadies geworden. Besucherzahlen von 23 Millionen Tagesausflüglern pro Jahr sprechen für sich. Inzwischen gibt es auch den 15 km langen „Point-Alpha-Weg“, der einer der „Rhöner Extratouren“ ist und den Fernwanderweg „Der Hochrhöner“ ergänzt. Letztgenannter wurde vor zwei Jahren vom Deutschen Wanderinstitut als „Premiumweg“ ausgezeichnet. Der Rennsteig ist der siebte Wanderweg, der in Thüringen dieses Qualitätssiegel erhalten hat. Damit liegen von den bisher insgesamt 34 ausgezeichneten Wegen in der Kategorie "Wanderbares Deutschland" über 20 % in Thüringen. Und mit dem „Hochrhöner“ als „Premiumweg“ gibt es sogar acht „ausgezeichnete“ Wege in Thüringen. „Mit anderen Worten: Hier kann man jetzt auf höchstem Niveau wandern – bis die Füße glühen“, so der Staatssekretär.

„Liebe Freunde und Wanderer der Rhön“, begrüßte Rinke die vielen Wanderer und berichtete in einer emotionalen Rede von den Erlebnissen an der Innerdeutschen Grenze: „Vor der Teilung mussten die Geisaer nur über diesen Hügel laufen, um in die Nachbargemeinde Rasdorf zu gelangen. Mit der gewaltsamen Aufteilung Deutschlands war dann plötzlich alles anders.“ Point Alpha stehe damit symbolisch für die 40 Jahre währende Trennung „aller menschlichen Bindungen zwischen einzelnen Rhöndörfern und anderen grenznahen Orten“. „Wir Rhöner litten unter dieser Grenze, die an Grausamkeit nicht zu überbieten war“, sagte Rinke. „Hier in der Rhön ist längst zusammengewachsen, was zusammengehört“, lobte sie und würdigte in diesem Zusammenhang die Verdienste des Rhönklubs, der viel dazu beigetragen habe.

Nach den Reden der Ehrengäste wurde auch der traditionelle „Wimpelstab“ an Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller übergeben – unter der Auflage, dass die Wimpel zu Fuß und nicht etwa mit einem Kraftfahrzeug transportiert würden. Eine Gruppe der Region wird den offiziellen Wandertagswimpel im nächsten Jahr ins 166 Kilometer entfernte Willingen tragen. Die ersten Kilometer werden schon am nächsten Wochenende zurückgelegt, informierte Möller. Interessierte seien dazu eingeladen, die Wimpelwanderer auf ihrer Reise von Rasdorf nach Fulda zu begleiten. Traditionell fertigen die einzelnen Wimpelgruppen eine Chronik ihrer Reise an. Die Wimpelwanderer aus der Eifel, wo der Wandertag 2006 stattgefunden hatte, übergaben ihre Chronik heute an Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, den Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine.

(Daniel Kister) +++


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