"Phönix aus der Asche": 8. Internationales Keramiksymposium - Jury wählt Teilnehmer

 

14.02.08 - RHÖN - RÖMHILD. Am Montag wurden im Schloss Glücksburg in Römhild die Teilnehmer des diesjährigen VIII Internationalen Keramiksymposiums von einer Jury ausgewählt. Insgesamt gingen 14 Bewerbungen aus sechs Ländern ein. Fast drei Stunden befasste sich die fünfköpfige Jury mit den Einsendungen.

Auf dem Foto zu sehen: die Juroren des VIII. Römhilder Keramik-Symposiums (von links) Reinhard Keitel, Keramikermeister und ehemaliger Teilnehmer aus Weimar, Keramikermeisterin Stefan Hasenöhrl, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins, Prof. Antje Scharfe, Hochschule für Kunst und Design, Burg Giebichenstein Halle, Keramikerin Judith Runge, Absolventin der Burg Giebichenstein, und Kerstin Schneider, Leiterin des Museums Schloss Glücksburg.

„Wir haben sehr gute Bewerbungen erhalten. Die Auswahl war daher nicht gerade leicht.“ so Stefan Hasenöhrl, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins am Ende der Jurysitzung. Die sechs Auserwählten, die in den nächsten Wochen bekanntgegeben werden sollen, mit einem Arbeitsstipendium in Höhe von 3.000 Euro ausgestattet, einen vierwöchigen Arbeitsaufenthalt in Römhild absolvieren. Die Stipendiaten werden im Landschulheim des Ortes untergebracht. Die Römhilder Firma Eliog Kelvitherm GmbH, stellt die Brennöfen und Werkstätten zur Verfügung.

Das Symposium wird nach 15 Jahren vom Förderverein des Internationalen Keramiksymposiums Römhild e.V. vom 29.Juni bis zum 27.Juli veranstaltet und organisiert. Der Verein hatte sich im April 2007 mit dem Ziel gegründet, das traditionsreiche Keramiksymposium wieder zu beleben. Seit 1975 wurde in Thüringen das international bedeutende Keramiksymposium im dreijährigen Rhythmus veranstaltet. Die Teilnehmer des hochkarätigen Treffens kamen aus den USA, Israel, Schweden, Frankreich, Finnland und den Ostblockstatten. 1993 fand das letzte Symposium statt. Der Titel des VIII internationalen Keramiksymposiums lautet daher:„Phönix aus der Asche“.

Vor rund 500 Jahren begann im Süden Thüringens, im Ort Römhild, das Töpferhandwerk zu erblühen. Das beweisen zahlreiche Keramikfunde aus der Keltenzeit. Von 500 v. Chr. bis 500 n. Chr. verarbeiteten die Kelten bereits den dort vorkommenden Ton zu Gebrauchsgegenständen. In der Stadt am Fuße der Gleichberge entstand eine Hochburg der Tonverarbeitung. Um den Ruf der unscheinbaren Töpfermetropole gerecht zu werden, wurden seit 1975 internationale Keramikersymposien veranstaltet. 20 bis 25 Keramikkünstler aus aller Welt trafen sich, während eines mehrwöchigen Aufenthaltes, um sich kennenzulernen, gemeinsam zu arbeiten und zu leben.

Seit 1984 sind die Ergebnisse der Symposien in einem eigens eingerichteten Keramikmuseum im Schloss Glückburg in Römhild zu bewundern. Ziel des Symposiums war und ist, die Förderung begabter Keramiker aus allen Teilen der Erde sowie die Pflege, Erhaltung und Entwicklung traditioneller und innovativer keramischer Techniken.

Während des Symposiums soll neben einem kulturellen Rahmenprogramm auch ein spezieller wissenschaftlicher Aspekt beleuchtet werden. Dabei geht es um das Thema „Hydrothermales Brennen“. Eine seinerzeit revolutionäre Technik, die von den Kelten genutzt wurde um eine besonders robuste Keramik herzustellen. Rund um die Thematik sollen einschlägige Referenten zu Vortragsveranstaltungen eingeladen werden. Weiterhin soll ein Kolloquium zum Thema „Hydrothermales Brennen“ stattfinden. Außerdem werden auf dem Gelände des Schlosses zwei Brennöfen erreichtet.

Die Ergebnisse der Symposiumsteilnehmer werden am Ende zu einer Wanderausstellung zusammengestellt. Außerdem wird ein Katalog mit Informationen zu den einzelnen Künstlern und Darstellung ihrer Werke erarbeitet. Das internationale Keramiksymposium soll ab 2008 wieder im dreijährigen Rhythmus veranstaltet werden.+++


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