| 06.01.07 - Fulda - So bunt wie heute morgen ist der Dom nur einmal im Jahr - immer dann wenn über 1.000 Sternsinger „von überall her“ zur Aussendungsfeier nach Fulda kommen. Ein „konkretes Zeichen des Teilens“ nannte Bischof Heinz Josef Algermissen die „größte Kinder und Jugendaktion“ - das alljährliche Spendensammeln der Sternsinger.
Dabei komme „erstaunlich viel Geld zusammen“, zeigte sich Algermissen - bei einem Pressegespräch zusammen mit einigen "Sternsingern", das vor der Aussendungsfeier im Priesterseminar stattfand - von der Entwicklung fasziniert. Die erste organisierte Sternsingeraktion fand 1959 statt. Im vorletzten Jahr 2005 kam durch das „Dreikönigssingen“ eine Rekordspendensumme zusammen - bundesweit rund 47,6 Millionen Euro waren es damals. Insgesamt wurden durch die Aktion bisher rund 358 Millionen Euro gespendet.
Im Bistum Fulda beteiligen sich 269 Sternsinger-Gruppen an der Sammelaktion. Mehrere Tausend Sternsinger ziehen dabei von Haus zu Haus, um Spenden für Kinder in Not zu erbitten und um die Häuser zu segnen: „C + M + B“ schreiben die als kleine Könige verkleideten Kinder mit weißer Kreide über die Haustüren. Das sind aber nicht die Abkürzungen für die drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, sondern steht für „Christus mansionem benedicat“ und heißt übersetzt: "Christus segne dieses Haus“.
So ist die Aktion der Sternsinger auch die größte „Hausbesuchsaktion des Jahres“, erklärte Algermissen. In der Regel öffne man den Kindern überall gerne die Tür. „Die Menschen warten geradezu darauf. Ihr seid kleine Seelsorger“, bedankte sich der Bischof bei den „Lichtträgerinnen und Lichtträgern“.
Warum sie mitmacht? Die Antwort der 12-jährigen Saskia Helmer aus Großenlüder ist ebenso einfach wie logisch: „Wir helfen Kindern in der dritten Welt.“ Die jüngsten Teilnehmer sind sieben Jahre alt, der älteste Sternsinger im Bistum ist 32.
„Ich mag diese Männer“, erzählte Algermissen heute bei der Aussendungsfeier im vollbesetzten Dom über die Heiligen drei Könige: „Denn sie erinnern mich, dass es gut ist, nach etwas Größerem, nach Gott, Ausschau zu halten. Ich mag sie, weil sie mir zeigen: Du darfst Vertrauen haben. Gott führt dich auf den Wegen deines Lebens. Und ich mag sie auch deswegen, weil sie mir erzählen: Gerade wenn es im Leben dunkel ist, will Gott für uns wie ein Hoffnungslicht sein. Deshalb ist er in Jesus Christus zu uns gekommen.“
„Ihr wisst genau, dass es auch heute im Leben vieler Menschen am helllichten Tag dunkel sein kann. Menschen sind traurig, allein, hungrig und obdachlos. Menschen müssen Kriege, Zerstörung und Krankheiten aushalten. Besonders weh tut es, wenn das dann Kinder sind, denen ihre Eltern nicht helfen können. Die entsetzlichen Bilder von kleinen Kindern, die vor Hunger und Elend weinen, sind für mich die traurigsten Bilder dieser Welt. Die Augen solcher Kinder verfolgen mich mitunter bis in den Schlaf hinein“, erklärte der Bischof den Sinn der Spenden weiter. Ob die Aktion noch zeitgemäß sei? – „Ja, mehr denn je.“
Singfreudige Sternsingergruppen waren heute auch eingeladen, schon um 10 Uhr im Dom zu sein. Wie in den Vorjahren bot Domkapellmeister Franz-Peter Huber einen Workshop zur Sternsingeraktion und zur musikalischen Gestaltung des Aussendungsgottesdienstes an. Nach dem Gottesdienst gab es nicht nur das "übliche" Mittagessen im Kreuzgang des Priesterseminars und einen Workshop in der Domschule, sondern es wurde auch wieder ein Quiz mit schönen Preise angeboten.
„Kinder sagen ja zur Schöpfung“ heißt das diesjährige Motto, unter dem die „kleinen Könige“ umherziehen. Algermissen: „Ich danke Euch auch für das Zeichen des Teilens mit Kindern, denen es nicht so gut geht wie Euch. Auf dem Plakat der Aktion „Dreikönigssingen 2007“ schauen uns Kinder der Insel Madagaskar an. Wiewohl bettelarm, grüßen sie uns doch mit lachenden Gesichtern, die uns gleichzeitig bittend anschauen. Ihnen und vielen anderen Kindern gilt Euer Einsatz, damit alle Kinder dieser Erde >Ja< sagen können zum Leben. Das Ergebnis Eurer Sammlung werdet Ihr ja direkt an sie weitergeben.“ (Daniel Kister) +++
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