Geht es nach dem Willen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) sollen auch bei der Rhönbahn Fulda – Gersfeld (RMV Linie 52) massiv Zugverbindungen gestrichen werden. Er reagiert damit auf die Kürzungen der Regionalisierungsmittel durch den Bund, so berichtete heute der Verband "Pro Bahn e. V." in Osthessen. Eine entsprechende vorläufige Streichliste liege dem Verband vor, die am 12. Juli 2006 beim RMV beraten werden soll. Danach würden ab dem Fahrplan 2006 / 07 nicht wie berichtet 16 sondern 28 Züge pro Woche an der Rhönbahn ersatzlos gestrichen werden. Besonders betroffen wäre der Verkehrstag Samstag.
Hintergrund: Die Rhönbahnstrecke Fulda – Gersfeld wurde seit 1997 für ca. 20 Millionen Euro saniert. Zu diesen Maßnahmen gehörte seinerzeit auch die Einführung eines attraktiven Stundentaktes. Seither und deshalb stieg die Nutzerzahl auf beachtliche 1800 Fahrgäste pro Wochentag. Am Samstag wird Gersfeld und Fulda ebenfalls stündlich bedient. In den Abendstunden im Zwei-Stundentakt. An Sonn- und Feiertagen verkehrt die Rhönbahn generell im Zwei-Stunden-Takt (zwischen Mai und Ende Oktober gibt es 6 Verstärkungsfahrten / Radzüge). Pro Woche gibt es an der Rhönbahn also 218 Verbindungen inkl. 10 Ersatzbusse.
Laut Planungen des RMV sollen ab dem neuen Fahrplan (gültig ab Mitte Dezember 2006) folgende Züge gestrichen werden:Mo – Fr 4:55 und 11:16 Uhr ab Gersfeld, 10:18 Uhr ab Fulda, Sa 7:46 Uhr, 9:16 Uhr, 11:16 Uhr, 13:16 Uhr, 15:16 Uhr und 17:16 Uhr ab Gersfeld, 7:01Uhr, 10:18 Uhr, 12:18 Uhr, 14:18 Uhr und 16:18 Uhr ab Fulda, So 8:16 Uhr ab Gersfeld 7:18 Uhr ab Fulda.
Insgesamt sind das 28 Zugverbindungen pro Woche. Das macht ca. 13 % der Verkehrsleistung aus, obwohl laut RMV Chef Sparmann nur 2 – 3 % der Gesamtleistung pro Strecke eingespart werden soll. Die Züge unter der Woche besonders die um 4:55 Uhr und 11:16 Uhr ab Gersfeld sind wichtige Zubringer zum Fernverkehr.
Der Samstagsverkehr würde so zum unattraktiven 2-Stunden-Takt ausgedünnt. Die beiden Sonntagszüge sind wichtige Züge im Freizeitverkehr. An der Rhönbahn werden ohnehin seit April 2004 die letzten beiden Züge durch Busse ersetzt. Bemerkenswert ist, dass der RMV keinerlei Kürzungen im Busverkehr im Verbundgebiet vornimmt und es wieder den ländlichen Raum besonders hart trifft.
„Der RMV zerstört so scheinbar absichtlich den Nahverkehr und hofft dennoch auf gute Fahrgastzahlen, doch der Fahrgast wird angesichts der ausgedünnten Fahrpläne und steigender Fahrpreise (immerhin um gut 5 %, das sind ca. 10 – 20 Cent pro Einzelfahrschin) dem Nahverkehr den Rücken kehren und aufs Auto umsteigen“, so Thomas Bayer von Pro Bahn in Osthessen. Der Verband schlägt vor, die 6 zusätzlichen Züge an der Rhönbahn an Sonn- und Feiertagen (Radzüge) zwischen Mai und Ende Oktober zu streichen. Damit hätte die Rhönbahn ihr Soll erfüllt. Diese Züge werden nicht unbedingt benötigt.
„Mit uns wird es diese Kürzungen an der Rhönbahn nicht geben. Wir werden Unterschriften sammeln und die Verantwortlichen Politiker an der Strecke wie den Oberbürgermeister Gerhard Möller (Fulda), und die Bürgermeister / innen an der Strecke Margit Trittin (Gersfeld), Brigitte Erb (Ebersburg), Rudolf Breithecker (Eichenzell) und den Landrat des Kreises Fulda Herrn Bernd Woide in die Pflicht nehmen gegen die Streichungen vorzugehen.“ so Thomas Bayer. Ansatzpunkte dafür sind z. B. der Protestbrief der Stadt Gersfeld an den RMV vom 14. Juni 2006.
„Wir haben nicht 10 Jahre ehrenamtlich für den Erhalt der Stecke gekämpft um uns nun von RMV, Land Hessen und Bundesregierung alles kaputt machen zu lassen.“ so Thomas Bayer von Pro Bahn e. V. in Osthessen. Wichtig in diesem Zusammenhang sei auch, dass der Bund die Kürzungen um ca. 500 Mio. € zurückgenommen, was bedeutet dass der RMV keine 30 Mio. € sondern ca. 20 % weniger also ca. 24 Mio. € einsparen muss. Das wirkt sich natürlich auf die Streichungen aus.+++