23.01.12 - HAILER

Güterzug-Entgleisung: weiter Behinderungen und Ausfall Regionalbahnen

Die Auswirkungen des Güterzug-Unfalls am Samstagnachmittag im Bahnhof von Hailer-Meerholz bei Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis) werden auch noch am heutigen Montag zu spüren sein. Zwar wurde am frühen Sonntagmorgen gegen 04.00 Uhr eines der drei Gleise zum Befahren wieder freigegeben, doch sollen die Reperaturen auch heute noch andauern. Deshalb - so die Bahn - müssen Pendler und Fahrgäste auch weiterhin mit Verspätungen und Behinderungen rechnen. Arbeiter waren am Sonntag in großem Umfang mit Baumaschinen damit beschäftigt, die an den Gleisanlagen entstandenen Schäden zu beseitigen.

Am heutigen Montagmorgen müssen nach Angaben der Bahn mindestens drei Regionalbahnen von Bad Soden-Salmünster nach Frankfurt im Berufsverkehr ausfallen. Es sind die Züge um 5.15 Uhr, 5.30 Uhr und 6.46 Uhr ab Bad Soden-Salmünster. Als Ersatz werden drei Regionalexpresszüge aus Richtung Fulda dort außerplanmäßig an den Stationen halten.

Ausgelöst worden war der Unfall am Samstag gegen 16.15w Uhr, als bei zwei Waggons eines Güterzuges nach Österreich jeweils eine Achse entgleiste. Wie von "osthessen-news" bereits berichtet, rollten die Räder noch mehrere Kilometer neben den Schienen im Gleisbett weiter und zerstörten dabei auch hunderte von (überwiegend) Betonschwellen. Erst als ein Zeuge dies beobachtete und die Polizei informierte, wurde der Zug im Bahnhof des Gelnhäuser Stadtteils Hailer-Meerholz (Main-Kinzig) gestoppt. Beladen waren die Waggons mit Stahl und Containern, von denen einer kurz nach einem Bahnübergang herabstürzte. Die Ursache für die Entgleisung ist nach wie vor unklar. Die Ermittlungen der Bundespolizei dauern noch an.

Rund 20 Stunden nach dem Unglück waren viele Menschen in Hailer-Meerholz geschockt, denn dieses Unglück hätte auch ganz andere Dimensionen annehmen können. Anwohner und Gelnhäuser Bürger berichteten gegenüber "osthessen-news", dass am Sonntagmittag der größte Teil vom Zug noch im Bahnhof Hailer/Meerholz stehe und Bahnmitarbeiter vor Ort seien. Die Lok und 6 Wagen sowie der entgleiste Wagen, stünden im Bahnhof in Gelnhausen. Im Bereich Hailer/Meerholz laufe der Zugbetrieb jetzt eingleisig. In Richtung Langenselbold nach Hailer/Meerholz seien drei Gleise vorhanden, auf denen der Zugbetrieb zweigleisig laufe!

Wörtlich heißt es gegenüber osthessen-news.de: "Der abgeworfene Container liegt noch zwischen den Gleisen.Von der Bundespolizei wurde die betreffende Strecke abgeflogen und Luftaufnahmen gefertigt.

Ab Hasselroth Neuenhaßlau beginnt die Spur der beschädigten Schwellen, kurz vor dem Bahnhof Hailer/Meerholz, nach dem Bahnübergang, ab einer Weiche sind die Schwellen größtenteils gebrochen und stark beschädigt! Eines ist jedenfalls Sicher, es grenzt an ein Wunder, dass niemand zu Schaden gekommen ist, durch den starken "Steinschlag" wären am Bahnhof wartende Personen schwer verletzt worden, zum Glück hielt sich offenbar zum Zeitpunkt des Unfalls dort niemand auf! Bis in die Unterführung wurde der Gleisschotter geschleudert!"

Am frühen Sonntagabend erreichte die Redaktion von Beobachtern an der Unglücksstelle folgende Information: "Die Lok des Unglückzuges ist aus Gelnhausen wieder in Hailer eingetroffen und hat den gegen 14:55 Uhr den Zug langsam in Richtung Gelnhausen gezogen, wo der Zug jetzt im Bahnhof steht. Der Bahnsteig von Gleis 1 ist durch die Polizei abgesperrt. Eine Gleisbaufirma, die am Wochenende in Biebergemünd tätig war, hat die ersten Zweiwegebagger angeliefert. Bis die Gleise, Signalanlagen und die beschädigte Weiche instandgesetzt sind, wird noch einige Zeit vergehen."

Die folgende Bilderserie wurde der Redaktion von "osthessen-news" zur Verfügung gestellt und soll auch das "wahre Ausmaß" der Schäden deutlich machen. (ma) +++

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