18.10.09 - Alsfeld

16 neue Stolpersteine an 7 Stellen - Verlegung am 24.10. ins Straßenpflaster

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die von Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Freitod getrieben wurden. Die Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden vor den letzten frei gewählten Wohnorten der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Am Samstag, den 24.10. werden in Alsfeld erstmals Stolpersteine verlegt. Die Aktion beginnt um 9:00 Uhr am Amthof 2.

Vor etwa einem Jahr hatte die Alsfelder Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die Initiative Stolpersteine in Alsfeld zu unterstützen. Schon vorher hatten sich vor allem Schülerinnen und Schüler der Max-Eyth-Schule für das Vorhaben engagiert, nachdem sie sich im Unterricht mit Heinrich Dietmar auf den Spuren des jüdischen Lebens in Alsfeld bewegten. In Zusammenarbeit mit Heinrich Dietmar hat Susanne Woitag, noch als Schülerin an der MES die notwendigen Daten der Menschen recherchiert, derer am 24.10 gedacht werden soll.

Die Veranstaltung wird um 9:00 Uhr mit einer Ansprache von Bürgermeister Becker vor dem ersten Verlegeort Amthof 2 beginnen. Für die Initiative Stolpersteine in Alsfeld wird noch Pfarrer Peter Remy sprechen.

Im Amthof 2 lebte Selma Rotschild; in der Rittergasse 4 lebten Sara Lorsch, Gustav Lorsch, Selma Lorsch, Arno Lorsch und Norbert Lorsch; in der Mainzergasse 1 lebten Julius Stern, Auguste Stern, Walter Stern; in der Mainzergasse 7 lebte Leopold Spier; in der Mainzergasse 13 lebten Frieda Lorsch und Levi Buxbaum; in der Mainzergasse 20 lebte Auguste Strauss; in der Steinborngasse 12 lebten Jeanette Strauss, Sally Baer und Ida Baer.

Die Verlegung der Stolpersteine wird musikalisch von Ulrike Schimpf und Alexander Kowalski begleitet. Um 17:00 Uhr spricht Pfarrer Peter Remy in der Walpurgiskirche, es spielt Lars Ruckelshausen auf der Orgel.

Im kommenden Jahr sollen weitere Stolpersteine in Alsfeld und in Alsfelder Ortsteilen verlegt werden. Wer dieses Vorhaben auch finanziell unterstützen möchte kann auf das Konto: Förderverein Jüdische Geschichte Vogelsberg; VR-Bank Hessenland Kto.Nr. 1104667; BLZ 530 932 00 spenden. Weitere Informationen findet man unter www.stolpersteine-alsfeld im Internet +++

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