Zur Lesung des Autors Bittrich ... - Fotos: jd

... kamen nur rund ...

22.10.08 - FULDA

"Vom Segen der Vergesslichkeit": 60 Zuhörer bei Lesung von Satiriker BITTRICH

Nur knapp sechzig Zuhörer kamen gestern Abend im Rahmen der Aktion "Leseland Hessen" zur Lesung des Schriftstellers und Satirikers Dietmar Bittrich in die Kapelle des Vonderaumuseums. Am Renommee des 50-jährigen Erfolgsautors kann es nicht gelegen haben, denn sein 1996 erschienenes Buch "Das Gummibärchen Orakel" verkaufte sich rund eine Million Mal. Vielleicht aber an dem Thema seines neuen Werkes, das sich unter dem Titel "Altersglück: Vom Segen der Vergesslichkeit" unter anderem mit den Folgen des demographischen Wandels befasst - ein Thema, das anscheinend viele Menschen lieber verdrängen wollen.

Dennoch - die Zuhörer, die zu der Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Leseland Hessen" gekommen waren, zeigten sich begeistert von dem Autor. "Uns hat die Lesung sehr gut gefallen, da die Thematik des Älterwerdens positiv und humorvoll dargestellt wurde", so das Ehepaar Reinhard und Brigitte Häßler (beide 70), die zuvor noch keine Bücher des Autors gelesen hatten.

Bevor Bittrich mit der Lesung aus seinem neuen Buch startete, durfte eine Person aus dem Publikum das "Gummibärchen-Orakel" befragen. Die Dame sollte aus der Hand des Autors mit geschlossenen Augen zufällig fünf Gummibärchen auswählen. Aus deren farblicher Zusammenstellung könne man die Zukunft der jeweiligen Person vorhersagen, verspricht Bittrich in seinem Buch "Das Gummibärchen Orakel". Das Ergebnis (zwei rote, ein gelbes, ein weißes und ein grünes) wollte der Autor jedoch nicht öffentlich kommentieren. "Es gibt Kombinationen, dazu sage ich nichts, das müssen sie selbst auf Seite 61 im Gummibärchen-Orakel nachlesen". Ob der Autor damit die Verkaufszahlen weiter ankurbeln wollte oder ob die Zukunft der Dame so schreckenerregend ist, bleibt wohl nur den Lesern des satirischen Bestsellers vorbehalten.

In seinem neuesten Druckwerk schreibt der Wahl-Hamburger mit viel Witz und Humor über die "positiven negativen Seiten" des Älterwerdens. "Es ist wunderschön, alt und vergesslich zu werden", betonte Bittrich. Er berichtet in dem Buch über die kleinen Pannen des Alltags, die bereits ihm als 50-Jährigem zeigen würden, dass er älter wird. Geschildert werden humorige Szenen, wie etwa das Vergessen des Einkaufszettels. Er löst das Problem der "Verlegenheit" angesichts des leeren Einkaufswagens, indem er willkürlich nach Waren greift, die er eigentlich gar nicht braucht (Tofu, Kokosmilch ...). Untrügliches Zeichen für das Dahingleiten der Jahre ist es auch, wenn man beim Heraussuchen der Telefonnummer im Adressbuch in der Zeile "verrutscht" (und vielleicht den Falschen anruft) oder sich wiederholt die Zähne putzt, bis einen der Partner daran erinnert, dass diese Arbeit schon getan ist. Als Folge des demografischen Wandels sieht Bittrich die Zunahme der so genannten "Spleen-Ager", die sich etwa für die Entschleunigung des Lebens einsetzen würden. "Es wird friedlich und lustig; ich freue mich auf die Touristen, die dieses Pannenvolk bereisen werden", freute sich Bittrich.

Nach der rund einstündigen Lesung wurden die Bücher des satirischen Schriftstellers verkauft, die der Autor auch geduldig signierte - ganz im Sinne gelassener Altersweisheit und Entschleunigung eben. (jd)

Biographisches zum Autor: Dietmar Bittrich wurde 1958 in Triest geboren und lebt nun als Autor in Hamburg. Er gewann den Hamburger Satirikerpreis und den Preis des Hamburger Senats. Den Durchbruch schaffte er 1996 mit seinem "ultimativen Werk" (Pendragon Verlag) "Das Gummibärchen Orakel". Weitere Bücher sind etwa: "Das Weihnachtshasser Buch", "Der tödliche Rasierspiegel - Wie man lästige Verwandte los wird". Laut Angaben der "Random House"-Verlagsgruppe habe er die Liebe zur Satire bereits in die Wiege gelegt bekommen: Sein Großvater mütterlicherseits sei der berühmte Clown Barbo Barbirolli gewesen. +++


... 60 Zuhörer.

Viele Stühle blieben unbesetzt.


Der Satiriker ...

... las aus seinem neuen Buch "Altersglück - Vom Segen der Vergesslichkeit".


Eine der Zuhörerinnen ...

... durfte das "Gummibärchen-Orakel" befragen.


Zum Ende der Lesung ...

... signierte der Autor noch seine Bücher.





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