Das Wappen des Bauherren Fürstabt Adalbert von Schleifras erscheint nach der Sanierung in neuem Glanz.

Vor der Sanierung der Außenfassade war es noch farblos.

12.09.08 - GEISA

Barockschloss in neuem & historischem Glanz - Eröffnung nach Sanierung

In bunten, kräftigen Farben prangt das Wappen von Fürstabt Adalbert von Schleifras über der Eingangstür des Geisaer Barockschlosses. Vor einem Jahr noch war das Wappen des Bauherren farb- und glanzlos. Jetzt ist es Blickfang der neuen rotweißen Außenfassade des Schlosses. Für insgesamt zwei Millionen Euro sind das Wappen, die Fassade, das Dach, der gesamte Innenbereich des Bauwerks und der Schlossplatz saniert worden. Übermorgen beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag können sich die Besucher ein Bild machen vom neuen Glanz des 300 Jahre alten Schlosses. Heute beenden die letzten Bauarbeiter die Sanierung, die vor knapp einem Jahr begonnen hat.

Finanziert wurde die Sanierung aus dem Bund-Länderprogramm, das wiederum EU-Mittel weiterleitete, erklärte der Geisaer Bürgermeister Martin Henkel (CDU). Den Eigenanteil der Stadt hat Anneliese Deschauer aus privaten Mitteln aufgebracht. (ON berichtete: http://www.osthessen-news.de/beitrag.php?id=1138829 )

Point-Alpha-Stiftung im Obergeschoss...

Im ersten Obergeschoss wird die Point-Alpha-Stiftung (http://www.osthessen-news.de/beitrag.php?id=1140317 ) künftig ihren Hauptsitz haben. Neben dem Büro der hauptamtlichen Vorsitzenden Uta Thofern (ON berichtete: http://www.osthessen-news.de/beitrag.php?id=1154852 ) befindet sich ein großer Saal mit roten Wänden. Hier sollen Veranstaltungen und Konzerte der Stiftung ihren Platz finden.

... und ein Restaurant im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss des renovierten Barockschlosses ist ein Restaurant eingerichtet. Der Familienbetrieb „Zuspann Service und Tafelausstattung“ aus Hünfeld wird dieses Restaurant unter dem Namen „Schlossresidenz Geisa“ führen. Im alten Keller entsteht ein Weinkeller. „Dieser Keller ist 500 Jahre alt und damit 200 Jahr älter als das übrige Schloss. Er gehörte noch zur Burg, die früher hier stand“, erklärte Bürgermeister Henkel. Heute Abend werden hier im Restaurant bei einer Feier die ersten Gäste bedient.

Historisch genau

Bei der Sanierung haben die Architekten viel Rücksicht auf die historische Authentizität genommen, sagt Henkel und fügt hinzu: „ ..soweit es finanziell vertretbar war.“ Deswegen seien auch im gesamten Gebäude außer im Dachgeschoss nirgendwo Heizkörper installiert . „Diese hätten in den vielen, tiefen Fensternischen den historische Eindruck verfälscht“, erklärt Henkel. Deshalb sei eine Fußbodenheizung eingerichtet worden. Als weiteres Beispiel für die historische Genauigkeit bei der Sanierung nennt er den Lehmputz, der im Innenbereich verwendet wurde. Den minderwertigen Gipsputz, der zu "Ostzeiten" für notdürftige Reparaturen verwendet worden war, wurde entfernt.

Sanierung des „Fürstlichen Schlosses“ im nächsten Jahr

Weitere 800.000 Euro sind für die Sanierung des „Fürstlichen Schlosses“ eingeplant, das dem Barockschloss gegenüber steht. Genau wie das Barockschloss sei auch das Fürstliche Schloss stark sanierungsbedürftig, informiert Henkel: „Wegen Nässeeinwirkung sind tragende Elemente weggefault, so dass hier schwere statische Probleme vorliegen.“ Mit der Sanierung soll im Frühjahr nächsten Jahres begonnen werden. „Die Erfahrung zeigt, dass man günstigere Preise erreichen kann, wenn man kurz nach Weihnachten ausschreibt“, erklärt der Bürgermeister den Aufschub der Arbeiten, die noch für dieses Jahr geplant waren. Außerdem soll durch den Beginn im Frühjahr ein schnelle Sanierung gewährleistet und eine Störung des Gastronomiebetriebes im Barockschloss möglichst gering gehalten werden.

In das „Fürstliche Schloss“ soll eine Akademie der Point-Alpha-Stiftung einziehen. Für die Gäste der Bildungseinrichtung ist hier auch ein Bettenhaus geplant. Das Stadtmuseum, das sich derzeit noch in diesen Räumen befindet, wird dann laut Bürgermeister in ein derzeit leerstehendes Wohnhaus umziehen.

Tag der offenen Tür

Bei einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 14. September, können sich die Besucher ein Bild vom sanierten Geisaer Schloss machen. Von 11.30 Uhr bis 18 Uhr können nicht nur das Barockschloss, sondern auch das ehemalige Gefängnis und die evangelische Kirche besichtigt werden. Alle Gebäude befinden sich in der Nähe der Geisaer Rathauses am Schlossplatz. Zwischen 13 Uhr und 17 Uhr sind Führungen in der katholischen Stadtpfarrkirche. Um 15 Uhr ist ein Carillonkonzert.

Um 10 Uhr ist hier am Schlossplatz ein Festgottesdienst mit anschließender ökumenischer Einsegnung des neuen Barockschlosses. Festprediger ist Prälat Dr. Lucian Lamza aus Fulda. Mit dabei sind auch der katholische Stadtpfarrer Uwe Hahner, der evangelischen Pfarrer Henning Voigt, die Geisaer Stadtkapelle, das Alphornseptett „Die Siebenschläfer“ und die Chorgemeinschaft Geisa. Bei schlechtem Wetter wird der Gottesdienst in ein Festzelt verlegt.

In der Zeit von 9 Uhr bis 17 Uhr können Interessierte die Gangolfikapelle am Friedhof besichtigten. Dabei können sie auch einen Blick auf die wertvollen Grabplatten des letzten Amtmannes vom Rockenstuhl werfen. Ab 16 Uhr werden in der Kapelle Führungen angeboten.

Zur Schlossgeschichte

Unter Fuldas Fürstabt Adalbert von Schleifras entstand auf alten Grundmauern und Gewölben links neben dem Fürstlichen Schloss das Barockschloss. Der bekannte Fuldaer Baumeister Johann Dientzenhofer leitete von 1700 bis 1714 die Arbeiten. Die Nutzung des Gebäudes änderte sich mehrfach. Es wurde unter anderem als Rentamt und Forstamt mit Privatwohnung genutzt. Zeitweilig waren hier auch Schulklassen, darunter Schüler der Lateinschule Geisa, der Schulhort und auch der kommunale Kindergarten untergebracht. Nun wird das Barockschloss Geisa der künftige Sitz der Point Alpha Stiftung.

In östlicher Richtung an das Schlossgebäude schließt sich der terrassenförmig angelegte Schlossgarten an, der von einem gut erhaltenen Teil der Stadtmauer begrenzt wird. Die Südostecke der Befestigungsanlage wird durch einen ebenfalls gut erhaltenen Stadtmauerturm, das so genannte Diebstürmchen, markiert. (Mathilde Hahn, Daniel Kister) +++


Der Baumeister „Natur“ hat über die Jahrhunderte eine Mini-Tropfsteinhöhle entstehen lassen. Die Bogenöffnung in der etwa 1,40 m breiten Ostwand, in der sich die Mini-Tropfsteinhöhle befindet, wurde frei, nachdem die Latrinenkanäle mit Zustimmung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Thüringen entnommen wurden. Jahrhunderte wurde hier durch das Regenwasser der freie Kalk im Mauerwerk ausgewaschen und mitgenommen. Die Mini-Tropfsteinhöhle ist mittlerweile wieder verschlossen und unzugänglich.

Im 19. Jahrhundert stand links vor dem Barockschloss am Schlossplatz ein altes Wachhäuschen. Dieses diente dem städtischen Nachtwächter als Unterschlupf. Das Innere der kleinen Behausung bot nur das Nötigste. Ein von Brettern umnageltes Strohlager mit wollener Decke, eine hölzerne Bank und ein Öfchen waren die Ausstattung. Neben dem städtischen Nachtwächter stellten noch je zwei Häuser pro Nacht zwei Wächter, die sogenannten Schleichwächter. Es war Aufgabe des Nachtwächters, in gewissen Abständen auf Plätzen und in den Gassen bei jedem vollen Stundenschlag in sein Horn zu blasen und deutlich in Versform die neue Stunde laut und hörbar zu verkünden.


So sah die Fassade des Barockschlosses vor der Sanierung aus...

Im Zeitraum von zwei Jahren wurde innen und außen saniert.


Anfang November 2007 besuchte der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU, rechts) die Baustelle zusammen mit Geisas Bürgermeister Martin Henkel (CDU).

So sah das sanierte Schloss auf den Plänen der Architekten aus...


So sah es im Inneren des Gebäudes vor der Sanierung aus.

In den vergangenen Tagen erledigten die Handwerker die letzten Sanierungsarbeiten...


... Heute muss alles fertig sein.

Ute Thofern ist die erste Direktorin der Point Alpha Stiftung. Sie hat schon in ihrem neuen Arbeitsraum im Barockschloss Platz genommen.


... und das ist das Ergebnis der Sanierung.

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