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25.07.2010
LUFTBILD Unser heutiges Luftbild zeigt eine Schlossanlage im Fuldaer Stadtteil Johannesberg, die eine sehr wechselvolle elfhundertjährige Geschichte hat und Bestandteile aller großen europäischen Baustile vereint: Romanik, Gotik, Renaissance, Barock und Klassizismus. Die erste Kirche wurde hier im Jahr 811 gebaut, Bauherr war Ratgar, der dritte Abt des Klosters Fulda. 836 gründete Rabanus Maurus an gleicher Stelle ein Benediktinerkloster, im Jahr 1000 wurde die Kirche abgerissen und eine Basilika im romanischen Stil errichtet. Auf Klosterfragmenten ließ Propst Conrad von Mengersen 1726 von Baumeister Andrea Gallasini das Barockschloss mit dreigeschossigem „Roten Bau“ (G4, mit Festsaal im Obergeschoss) gestalten. Die barocke Gartenanlage der Propstei liegt auch heute noch terrassenförmig an einem Hang (F1-3) und ist gen Fulda und Rhön ausgerichtet. Nach der Säkularisation 1805 wurde aus Johannesberg eine Staatsdomäne, später Saatzuchtbetrieb; dann stand alles leer und verfiel zusehends.
Ein Freundeskreis engagierter Bürger sicherte Bauteile und setzte sich für eine neue Nutzung ein, die 1980 mit der Gründung des „Zentrums für Handwerk und Denkmalpflege“ (ZHD) gefunden wurde. Im Januar 2001 wurden 19 Jahre Bauzeit mit Investitionen in Höhe von vielen Millionen Euro feierlich abgeschlossen – doch im September kam ein vorläufiges „Aus“. An finanziellen und strukturellen Probleme war die einst deutschlandweit einmalige Fortbildungsstätte für Denkmalschutz, in der 18.000 Handwerker und Fachleute unterrichtet worden waren, gescheitert. Seit 2002 führt die gemeinnützige GmbH „Propstei Johannesberg – Fortbildung in Denkmalpflege und Altbauerneuerung“ die Aufgaben zur Erhaltung des kulturellen Erbes fort – in den Werkstätten im ehemaligen Marstall (D/E4). Auch die anderen Räume sind wieder mit Leben erfüllt – als Standort für fünf unterschiedliche Institutionen, darunter auch die gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft „Grümel“ (im "Kreuzbau" G5). Daneben beherbergt die Propstei auch die Pfarrkirche "St. Johannes der Täufer", deren kupferbedeckter Turm bei E4 zu sehen ist. Das Pfarrbüro ist im Gebäude bei E5 eingerichtet. Der ehemalige Pferdestall bei H5 beherbergt heute ein Saatgut-Unternehmen. +++
FOTOGRAF HARALD FRIEDRICH, aus Eichenzell ist seit einigen Jahren begeisterter Motorsegler-Pilot. Das gezeigte Luftbild wurde von ihm aus einem Flugzeug der Segelflugschule Wasserkuppe hergestellt. Bekommen Sie nicht auch Lust, diese herrlichen Perspektiven einmal selbst bei einem Rundflug zu erleben oder gar das Fliegen auf der Wasserkuppe zu erlernen? Die Piloten und Fluglehrer freuen sich immer über Besucher, Fluggäste und Flugschüler. Mehr Infos unter www.fliegerschule-wasserkuppe.de oder Tel. 06654-364. +++. |
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