Osthessen-News

Ausstellung "Elementares" von Künstlerin Birgit FRIEDBERG bis Sonntag

25.02.09 - Bad Neustadt - Zwar wurde die Vernissage von Birgit Friedberg entgegen aller Ankündigungen in „normalem“ Rahmen eröffnet, doch was die Künstlerin zu bieten hat, entschädigte sofort. „Elementares“ nennt sie ihre Ausstellung in der Künstlervilla am Donsenhaug. Der Blick auf elementare Dinge wird in wunderschönen Bildern und Kompositionen sichtbar. Was ist schon „elementar“ fragen sich viele. Dabei sitzen wir Menschen ständig mittendrin und bestehen selbst aus tausenden von Elementen. Elemente bestimmen die Welt - sie sind überall, setzen sich zusammen und bilden etwas „groß-art-iges“. Wie einzelne Zellkulturen halten sie zusammen und die Welt in Gang.

„In meinen Bildern“ so Birgit Friedberg „möchte ich Unsichtbares sichtbar machen, Dinge aufzeigen, Neues anstoßen“. „Manche meiner Werke sind Ausflüge in den „Ausdruck“ von Farben, Formen und Techniken. Sie sollen inspirieren, zur Meditation dienen, zum Nachdenken anregen, Geschichten erzählen.“
Die bekanntesten Elemente scheinen tatsächlich Feuer, Wasser, Erde und Luft zu sein. Doch selbst diese bestehen wiederum aus einzelnen Elementen und bilden erst dadurch ein Ganzes. Birgit Friedberg umspannt mit ihren Arbeiten ein weites Feld, zeigt in Alltäglichem das Elementare, ohne das die Menschheit kaum existieren würde.

Immer wieder zieht sie mit ihren Bildern die Fäden in Richtungen, die, wie man bald feststellt, elementar wichtig sind, erklärte Friedhard Meyer als stellvertretender Vorsitzender des Kunstvereins zur Begrüßung.
Es faszinieren bestechende Großformate wie „Das Geheimnis des roten Meeres“, die Nixe in der blau gehaltenen Unterwasserwelt, der ebenfalls ganz in sattem Blau gehaltene Seiltänzer und das geheimnisvoll grün umwitterte Großformat „Neptuns neue Waffen".

Specksteinarbeiten finden sich und Montagen, darunter die beeindruckenden durchsichtigen Raucherbeine, angefüllt mit Zigarettenkippen und mit dem Dank der Bundesregierung verbunden für „Rauchen bis zum geht nicht mehr". In warme Braun-Gold-Bronze-Töne gehalten sind die Zyklen im oberen Stock, gleich nebenan schockiert eine schwarze Mutter Erde. Freundin Nina Behr-Kessler hielt die Laudatio. Ihrer Aussage nach schaffe es Birgit Friedberg immer wieder, in geradezu unglaublicher Detailliertheit ein großes Spektrum der Menschlichkeit darzustellen.

Mit Emotionen, mit guter Beobachtungsgabe und der Besinnung auf das eben Menschliche ließen sich die ausgestellten Werke leicht erschließen. Ein „geordnetes Chaos der Dinge“ zeigt sich dem Betrachter. Friedbergs eigene Technik, Lücken zu lassen, erinnere immer wieder an die universelle Ordnung der Teilchen, der Elemente. Die ausdrucksstarken abstrakten Bilder, die sich durch das Spiel der Farben und Formen zu einem Bild der Verewigung von Werden und Vergehen zusammensetzen, sind Anstöße zum Erinnern an das Wesentliche. Jedes einzelne Werk hat seine eigene Geschichte und doch erinnere wohl jedes Werk jedem einzelnen Betrachter eine ganz eigene.

Über sich selbst erzählt die Künstlerin, dass sie male, seit sie einen Stift halten könne. „Bereits mit drei Jahren war kein leeres Blatt Papier vor mir sicher. Und wenn es keins mehr gab, bemalte ich die leeren Seiten meiner Kinderbücher." In Deutschland geboren als eines von vier Kindern hätten ihr viele Umzüge und Reisen ganz eigene Eindrücke vermittelt. Heute lebt sie in Münnerstadt. „Meine Bilder bestehen aus einzelnen Elementen, die sich wie Puzzleteile zu einem Ganzen zusammenfügen. Dazwischen ist immer ein Millimeter Leinwand zu sehen, den ich nicht „auskratze“, sondern frei lasse."

Inzwischen seien viele Träume gewachsen, gestorben, verdrängt und versiegt und doch seien sie alle noch da. „In meinen Bildern zeige ich offen meine eigene innere Welt. Farben und Symbole sind nicht unbedacht gewählt.“ Meist spiegele sich darin die zu dem Moment der Entstehung gefühlte Stimmung wider. „Ich gehe ohne Skript an die leere Leinwand, zeichne nicht vor und denke nicht nach, was ich malen soll. Es entwächst meiner Seele und fließt aus meinen Fingern. So wie auch meine Gedichte und Steinarbeiten einfach unbedacht aus meinen Fingern fließen."

Als Architektentochter sei es selbstverständlich, dass sie das Bauzeichnen erlernte. Gemalt habe sie immer. „Nunmehr seit 40 Jahren.“ Außerdem arbeite sie ich auch mal mit dickem Pinsel, mit Spachtel, Paste, Gips, Stein, Flaschen und mehr. „Ich habe getanzt, gesungen und Vorträge an Universitäten gehalten, viele Länder bereist, Menschen getroffen, Theaterluft geschnuppert. Ich weiß um die tiefsten Tiefen des Lebens wie um die höchsten Höhen. Jetzt zeichne ich auf, was ich erlebt, gesehen und erfahren habe." Infos gibt’s auch im Internet unter www.friedbergs-welt.de. Die Ausstellung in der Künstlervilla ist noch zu sehen bis einschließlich Sonntag, 1. März und zwar samstags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon: 09771/7891, 09771/995750 oder unter 09773/1250. +++