29.08.08 - HOFBIEBER - Die durch die Bundesartenschutzverordnung, die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und andere Regelungen gesetzlich geschützten Zwergfledermäuse, haben nach Meinung von Experten den 1.100 Meter langen Milseburgtunnel in der Rhön gänzlich aufgegeben (s. Foto). Dies ist eine gravierende Verschlechterung des Winterquartiers, die eindeutig auf die Nutzung und Öffnungszeiten zurückzuführen ist, welche die AGFH schon vor der Inbetriebnahme des Tunnelradwegs kritisierten.
Die Befürchtungen der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz in Hessen (AGFH) im NABU, die sich schon nach Bekanntwerden der Nutzungspläne für den Schutz des Tunnels als Fledermausquartier eingesetzt hat, haben sich nach Angaben ihres Sprechers Lothar Herzig somit bestätigt.
Verschiedenen Presse- und Filmberichten sei zu entnehmen, dass sich die Zahl der Fledermäuse nach dem katastrophalen Rückgang sofort nach Nutzungsbeginn des Milseburgtunnels als Radweg von 100 (2002) auf 22 (2003), auch in den folgenden Jahren nicht erholt hat. Im vergangenen Winter hielten sich lediglich 26 Fledermäuse im Tunnel auf, während in vielen Winterquartieren Hessens die Zahl überwinternder Fledermäuse steigt.
Der AGFH-Arbeitskreis Fulda erwartet von der zuständigen Naturschutzbehörde des Kreises in den kommenden Wochen eine Änderung der Verschlusszeiten. Er geht ferner davon aus, dass dieser nutzungsbedingte Rückgang des Fledermausbestands im Zustandsbericht des Biosphärenreservats an die UNESCO entsprechend vermerkt wird. +++ |