21.05.06 - Hilders - Mit sechs Böllerschüssen und Klängen aus Alphörnern ist heute Nachmittag in der hessischen Rhöngemeinde Hilders (Kreis Fulda) der 180 Kilometer lange und länderübergreifende Rhönradweg offiziell eröffnet worden. Er führt von Bad Salzungen an der Werra in Thüringen quer durch hessische Rhön bis zum unterfränkischen Hammelburg. Der Rhönradweg wurde von den Ländern Thüringen, Bayern und Hessen gemeinsam als eine "hochwertige Radwegeverbindung" konzipiert und so ausgebaut, dass er auch das Biosphärenreservat Rhön für den sanften Tourismus erschließt. Dem Radwanderer wird eine landschaftlich reizvolle Tour geboten, die bequem zu befahren ist. Rund 160 Kilometer des Weges verlaufen in den Flusstälern von Werra, Ulster, Brend und Fränkischer Saale. Allein das Land Hessen stellte für dieses Projekt rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Der Rhönradweg soll das "radtouristische Flaggschiff der Rhön" werden und Hessen für Fahrradtouristen noch attraktiver machen.
Auch die offizielle Eröffnung war ein länderübergreifender "Akt" mit der Beteiligung verschiedener Politiker: von Jürgen Reinholz als Thüringischem Minister für Wirtschaft, Technologie und Arbeit, Bernd Abeln als Staatssekretär im Hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium, dem Ltd. Ministerialdirigent Dr. Köpfer aus dem Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten sowie dem Fuldaer Landrat Bernd Woide (Landkreis Fulda), seinem Kollegen aus dem Wartburgkreis Caspary sowie dem Hilderser Bürgermeister Hubert Blum.
Aus allen drei Bundesländern steuerten so genannte "Wimpelgruppen" mit Beteiligung von Prominenten sternförmig den Ort Hilders per Fahrrad an. An den Ausgangsorten und entlang der Strecke waren lokale Attraktionen vorgesehen. Als Schmankerl fanden die Radler in den Flyern sog. Stempelkarten, die sie an den Touriststellen entlang der Strecke siegeln lassen und dafür an einer Verlosung teilnehmen konnten. Den Gewinnern winken interessante Preise aus dem reichhaltigen touristischen Angebot der Rhön.
„Mit dem Rhönradweg“, so Abeln, „wurde von den Ländern Thüringen, Bayern und Hessen eine hochwertige Radwegeverbindung konzipiert und ausgebaut, die in das Netz der Hessischen Radfernwege eingebunden ist“. Der über 180 Kilometer lange Radweg verläuft von Bad Salzungen an der Werra bis Hammelburg und erschließt das Biosphärenreservat Rhön für den sanften Tourismus. Dem Radwanderer wird eine landschaftlich reizvolle Tour geboten, die bequem zu befahren ist. Rund 160 Kilometer des Weges verlaufen in den Flusstälern von Werra, Ulster, Brend und Fränkischer Saale. Lediglich bei dem Aufstieg zur „Langen Rhön“ ab Ehrenberg / Wüstensachsen ist auf einer Länge von ca. sechs Kilometern eine Höhendifferenz von 250 Metern zu überwinden.
„Die zentrale Lage des Rhönradwegs bietet den Fahrradtouristen Gelegenheit, die landschaftlichen und kulturellen Schönheiten der Rhön wahrzunehmen und eröffnet durch die Vernetzung mit anderen Radfernwegen vielfältige Möglichkeiten, die Länder Thüringen, Bayern und Hessen mit dem Fahrrad zu entdecken“, sagte Abeln. Dazu gehörten der auf einer stillgelegten Bahnstrecke geführte „Milseburgradweg“, der eine Verbindung zu der barocken Bischofsstadt Fulda herstelle und der in diesem Jahr neu hinzukommende Radweg „Hessisches Kegelspiel“ zwischen Hünfeld und Wenigentaft im Ulstertal, der ebenfalls auf einer stillgelegten Bahnstrecke verlaufe.
Abeln: „In den Ausbau des Rhönradwegs hat das Land Hessen bisher rund 1,3 Mio. Euro investiert. Der Ausbau einer weiteren Strecke steht im nächsten Jahr an. Der Rhönradweg ist ein weiterer Baustein in der Radwegeinfrastruktur des Landes und macht den Tourismusstandort Hessen für den Fahrradtouristen noch attraktiver“.
"Neues radtouristisches Flaggschiff der Rhön"
Wer bisher glaubte, die Rhön sei ausschließlich ein Dorado für die Freunde des Wanderns kann nun eine weitere spannende Facette des Natur- und Freizeitangebotes dieser Mittelgebirgslandschaft kennenlernen und genießen. Während die Wanderfreunde eher den Naturgenuss abseits der breiten Wege erfahren können, führt nun ein einzigartiger Radwanderweg von Bad Salzungen in Thüringen bis nach Hammelburg an der Nahtstelle von Rhön und Fränkischem Weinland. Träger und Mitinitiator der Radwegemaßnahme ist die Regionale Arbeitsgemeinschaft Rhön, ein freiwilliger Zusammenschluss zwischen den fünf Rhönlandkreisen Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Fulda, Wartburgkreis sowie Schmalkalden-Meiningen.
"Ein spektakuläres Radwegeprojekt...."
Mit finanzieller Unterstützung der jeweiligen Ministerien in den Bundesländern Bayern, Hessen und Thüringen hat die Regionale Arbeitsgemeinschaft Rhön damit ein weiteres Schlüsselprojekt in ihrem gesamttouristischen Aufgabenspektrum auf den Weg gebracht. Die Arbeitsgemeinschaft Rhön mit ihrem derzeitigen Vorsitzenden, Landrat Thomas Bold, Bad Kissingen, hat die Konzeption für dieses spektakuläre Radwegeprojekt im Rahmen eines Leader+-Projektes geplant und umgesetzt.
Mit dem Projekt soll gleichzeitig eine Vereinheitlichung der Radwanderroutenbeschilderung sowie eine Verbesserung der begleitenden Infrastruktur in der gesamten Rhön erreicht werden. Es ist kompatibel mit der in den Landkreisen vorherrschenden bzw. geplanten Radwegebeschilderung und kann als Modellprojekt für eine künftige Beschilderung oder Verbesserung in weiteren Rhöner Landesteilen gesehen werden. Es orientiert sich an den Bedürfnissen der potenziellen Gäste hinsichtlich Qualität der Routen, Beschilderung sowie Informationsmöglichkeiten. Die dabei angelegten Standards sind mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club – ADFC – abgestimmt.
Die Qualitätsverbesserung des fahrradtouristischen Angebotes ist in den Regionalen Entwicklungskonzepten der Landkreise als Ziel im Bereich des sanften Tourismus im Gebiet des Naturparks und Biosphärenreservates Rhön festgeschrieben. Mit der Radwegemaßnahme soll deshalb eine optimale Ausschöpfung der kulturlandschaftlichen Potenziale der Rhön für eine naturverträgliche Erholung erreicht werden. Letztlich dient der Rhönradweg auch zum weiteren Ausbau einer touristischen Qualitätsdestination.
Die Vielfalt der Rhön erschlossen...
Der Rhönradweg erschließt wie kein anderer die Vielfalt der Rhön. Er führt von Bad Salzungen entlang der Werra über Philippstal nach Vacha, folgt von hier dem Ulstertal über Geisa, Tann, Hilders, Ehrenberg bis zur Ulstertalquelle, überquert an der Schornhecke die Hochrhönstraße und führt weiter über Oberelsbach nach Bischofsheim. Ab hier verläuft er über den Brendtalweg nach Bad Neustadt/Saale, über Bad Bocklet, Bad Kissingen bis zum Endpunkt nach Hammelburg im Fränkischen Saaletal. So folgte man dem alten Radwandergrundsatz, flach fahren, hoch schauen.
Thüringens Minister für Bau und Verkehr, Andreas Trautvetter, war am Sonntag das erste Mal auf dem Rhönradweg unterwegs. „Ich habe einen hervorragend ausgebauten Weg vorgefunden, der auf Teilen der alten Bahnstrecke verläuft, früher anderweitig genutzte Wege einbezieht oder sich Streckenabschnitte mit der Landwirtschaft teilt“, meinte er. Mit dem Rhönradweg werde aus Thüringer Sicht das nun aus 13 Fernradwegen bestehende Netz um eine Attraktion ergänzt. „Er wird ganz sicher dazu beitragen, dass der Fitnesstourismus gerade in der Rhön enorm zunimmt“, hob der Minister hervor. Die ersten Pläne für den Rhönradweg seien 1999 in Bad Salzungen geschmiedet worden – bis zur Übergabe sei ein jahrelanger Prozess nötig gewesen.
Der Rhönradweg tangiert bzw. kombiniert auch zahlreiche Regional- und Fernradwege wie Main-Werra-Weg oder Sinn-Saale-Weg. Die Orte entlang des Weges spiegeln die wechselhafte Geschichte der jeweiligen Territorialhoheiten vor allem der Bistümer Fulda und Würzburg wider. Die Tourismusstellen der Landkreise und der Gemeinden entlang des Weges erwarten durch entsprechende Vermarktung unter dem Qualitätsbegriff und mit dem Logo der Dachmarke Rhön eine deutliche Steigerung der Gästezahlen.
Fuldas Landrat Bernd Woide nannte den neuen Rhönradweg ein "lebendiges Beispiel dafür, dass über Länder- und Kreisgrenzen hinweg ein Gedanke vorherrsche, nämlich etwas zu schaffen, das die Menschen verbindet". Der Weg komme nicht nur dem Tourismus, sondern der gesamten Region zwischen Bad Salzungen und Hammelburg zugute.
„Heute spielen Grenzen keine Rolle mehr – das haben die drei Bundesländer Thüringen, Bayern und Hessen, die fünf Rhönlandkreise und die verschiedenen Leader-Arbeitsgruppen mit diesem Radweg bewiesen“, erklärte der Leitende Ministerialrat im Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, Dr. Köpfer. Den Rhönradweg bezeichnete er als ein „touristisches Flaggschiff“ für die ganze Region. Für den Vorsitzenden der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Rhön, Thomas Bold, ist er ein wesentlicher „Baustein auf dem gemeinsamen Weg, die Rhön touristisch zu vermarkten“.
Durch die mobilen Radurlauber profitieren die landwirtschaftlichen Direktvermarkter und die Gaststätten entlang des Weges . Deshalben wurden mit den speziellen aufgelegten Radwanderkarten auch die landestypischen Besonderheiten wie Schlösser, Burgen, Museen und die Rhöner Bäderlandschaft besonders herausgestellt. Die Beschreibung des Rhönradweges wird zusammen mit dem übrigen fahrradtouristischen Angebot der Rhön unter www.rhoen.de mit einer modellhaften Website dargeboten.
Der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Rhön ist damit ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg einer gemeinsamen Identität auf dem Gebiet des Tourismus in der länderübergreifenden Zusammenarbeit gelungen. Zusätzlich ist die autofreie Anreise der Strecke garantiert, indem Anfangs- und Endpunkte der Tour in Hammelburg und Bad Salzungen per Bahn miteinander verbunden sind. +++ |